Geregelte Arbeitszeiten immer seltener

In Luxemburgs Betrieben wird größtenteils 40 Stunden die Woche gearbeitet. Das heißt allerdings nicht, dass die 40 Stunden überall auch strikt eingehalten werden. Keinesfalls, denn berechnet werden die Wochenarbeitszeiten größtenteils im Rahmen einer Referenzperiode, die sich, je nach Abkommen, über einen bis drei, ja verschiedentlich sogar bis über 12 Monate erstrecken kann. Über die Arbeitszeitorganisation – Schichtbeginn, Tages- und Wochenarbeitszeit, Pausen und freie Tage – entscheidet in der Regel einseitig das Patronat. Das PAN-Gesetz sieht lediglich vor, dass die Beschäftigten durch Aushang stets 14 Tage im Vor-aus über ihren Schichtenplan in Kenntnis zu setzen sind. Eine Arbeitsweise, die langfristiges Planen praktisch ausschließt.

Wie sieht diese Arbeitsorganisation in der Praxis aus? Am schlimmsten ist die Situa-tion in Betrieben, in denen die Posten unterbesetzt sind – was größtenteils der Fall ist – und die geringste Abwesenheit bereits dazu führen kann, dass Arbeitspläne abgeändert und der Restbelegschaft Mehrarbeit aufgebrummt wird. In solchen Fällen stehen öfter Überstunden an, auch wenn diese zunehmend nicht mehr als solche betrachtet und vergütet werden.

Wer sich einer solchen Arbeitsorganisation zu widersetzen versucht, dem wird deutlich gemacht, dass er fehl am Platz ist und sich nach einem anderen Job umsehen soll. So dass die meisten halt schweigen, und einfach mitziehen.

Auch was die gesetzlichen Urlaubstage anbelangt, gibt es zunehmend Probleme. Immer häufiger kommt es nämlich vor, dass den Mitarbeitern der Urlaub nicht wie vereinbart gewährt wird. Auch nehmen die Beschwerden zu, dass Betriebschefs willkürlich mit den freien Tagen der Schaffenden umgehen, indem Mitarbeiter, sollten sie nicht voll ausgela-stet sein, nach Hause geschickt werden und die Fehlstunden als Urlaub verrechnet bekommen. Manchmal sogar in einem Ausmaß, dass dem Arbeiter kaum noch die Möglichkeit verbleibt, im Sommer oder während den Schulferien mit Familie so richtig und erholsam Urlaub machen zu können.

Tatsache ist, dass aufgrund der zunehmenden Flexibilisierung die Grenze des Zumutbaren in so manchen Betrieben längst überschritten wurde.

g.s.

Gilbert Simonelli : Donnerstag 28. März 2013