Bauunternehmen Açomonta

Massive Verstöße gegen Arbeitsrecht, EU-Entsendedirektive und Kollektivvertrag

Es ist ein offenes Geheimnis, dass es im Bauwesen oft zugeht wie im Wilden Westen, und dass es zu Verstößen gegen das Arbeitsrecht, die EU-Entsendedirektive und den Kollektivvertrag kommt, ohne dass das immer Konsequenzen für die Ausbeuter hat, da viele Arbeiter nicht gewerkschaftlich organisiert sind und oft Angst haben, die Gewerkschaft von den schlimmen Zuständen zu informieren.

In einer Stellungnahme prangert nun die Gewerkschaft OGBL die Baufirma Açomonta an, die maximale Arbeitszeit von 10 Stunden am Tag und 48 Stunden in der Woche sowie die gesetzlichen Mindestruhezeiten zwischen den Arbeitszeiten in vielen Fällen nicht einzuhalten. Das Bauunternehmen Açomonta hat seinen Sitz in Differdingen und betreibt eine weitere Niederlassung in Rédange (Frankreich).

Die Gewerkschaft verweist darauf, dass Açomonta dank der Entsendedirektive über kleine Firmen in Portugal Arbeiter aus Portugal und aus früheren portugiesischen Kolonien in Afrika nach Luxemburg holt, ihnen Transport, Wohnung und Essen vom Bruttolohn von 2.400 Euro abzieht und ihnen lediglich zwischen 300 und 700 Euro ausbezahlt, was vollständig illegal ist.

OGBL fragt: Was tut die Gewerbeinspektion?

Erschwerend für Kontrollen kommt hinzu, dass diese Arbeiter, obwohl sie auf Baustellen in Luxemburg arbeiten, in der Regel in Frankreich wohnen, in manchen Fällen unter unwürdigen Umständen, ohne Heizung und fließendes Wasser, so dass verschiedene Arbeiter sich ausschließlich auf der Baustelle waschen können.

Wenn ein Arbeiter aufmuckt, wird er sofort zum Flughafen oder zum Bahnhof gebracht und zurückbefördert. Anschließend ist es dann sehr schwer juristische Schritte gegen die Ausbeuter einzuleiten.

Verärgert ist die Gewerkschaft darüber, dass sie der Gewerbeinspektion seit zwei Jahren – ohne sichtliches Resultat – Verstöße gegen das Arbeitsrecht, die EU-Entsendedirektive und den Kollektivvertrag meldet.

A.R.

Ali Ruckert : Donnerstag 21. März 2013