Neuer Strategieplan

Luxair will die Beschäftigten bluten lassen

Luxair will ab sofort Maßnahmen ergreifen, um den roten Zahlen im Flugbereich entgegenzuwirken. Notwendig sei »eine Verbesserung des Ergebnisses um 25 Millionen Euro jährlich ab dem Jahr 2015«, so der Verwaltungsrat der Fluggesellschaft am Montag.

Als Grundlage für diesen Beschluß diente dem Verwaltungsrat der von der Beraterfirma Roland Berger ausgearbeitete Strategieplan. Um auf Dauer im Fluggeschäft aus den roten Zahlen herauszukommen, will Luxair die Kooperation mit Air France und Lufthansa stark verbessern, die bisherigen Preise senken und die Zahl der Passagiere erhöhen.

Gleichzeitig wollen Direktion und Verwaltungsrat aber auch Opfer von den Beschäftigten verlangen, die weder für die Liberalisierung im Flugwesen noch für falsche strategische Entscheidungen der Fluggesellschaft verantwortlich sind.

Die Absicht besteht, Gehälter zu kürzen, Prämien zu reduzieren oder wegfallen zu lassen und den Beschäftigten eine größere Flexibilität abzuverlangen. Zudem sollen 86 Arbeitsplätze abgeschafft werden. Der Abbau soll innerhalb von drei Jahren über natürliche Abgänge erfolgen. Bereits Ende Oktober 2012 hatte die Luxair-Direktion einseitig die Kollektivverträge aufgekündigt.

Im Falle, dass die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften sich gegen den Sozialabbau zur Wehr setzen wollen, will die Direktion ins Erpressungsfach greifen und laut über Entlassungen nachdenken.

Zwischen 2008 und 2011 hatte Luxair, trotz der Verluste im Fluggeschäft einen kumulierten Nettoprofit von mehr als 22 Millionen Euro gemacht. Dazu beigetragen hatte in erster Linie der Tourismusbereich.

275 Millionen Dollar Kapitalerhöhung bei Cargolux

Bekannt wurde nach der Sitzung des Luxair-Verwaltungsrats auch, dass bei der Frachtfluggesellschaft Cargolux eine Kapitalerhöhung von insgesamt 275 Millionen Dollar erfolgen wird.

Die erste Tranche in Höhe von 100 Millionen Dollar wollen die Aktionäre, entsprechend ihrem bisherigen Kapitalanteil, noch diesen Monat tätigen. Das sind 10,7 Prozent für die Nationale Kredit- und Investitionsgesellschaft, 10,9 Prozent für die Staatssparkasse und 43,4 Prozent für Luxair.

Der Staat, der bis auf weiteres im Besitz von 35 Prozent der Aktien der Frachtfluggesellschaft ist – es handelt sich dabei um das Aktienpaket, das nach dem gescheiterten Katar-Abenteuer zurückgekauft wurde – , wird bei der Kapitalerhöhung von 100 Millionen Dollar nicht mitmachen. Für ihn werden, bis ein neuer Privataktionär gefunden sein wird, die Nationale Kredit- und Investitionsgesellschaft mit fünf Prozent und Luxair mit 30 Prozent einspringen.

Ob bis Januar 2014, wenn die zweite Tranche der Kapitalerhöhung erfolgen soll, ein neuer Aktionär gefunden sein wird, wird sich erst zeigen müssen.

A.R.

Ali Ruckert : Mittwoch 20. März 2013