Baum des Jahres 2009:
der Berg-Ahorn

Der Baum des Jahres 2009 ist der Berg-Ahorn, auf luxemburgisch: Aaschtert, französisch: Erable sycamo-re, latein: Acer pseudoplatanus.
Der Berg-Ahorn ist neben der Linde die namengebende Art der Schluchtwaldgesellschaften und Blockschuttwälder (Tilio-Acerion). Aufgrund seines erhöhten Feuchtigkeitsbedarfs findet sich der Berg-Ahorn auch häufig an Schatthängen und in frischen Buchenwäldern.

Der deutsche Name Berg-Ahorn stammt daher, das er in kühlen, feuchten Höhenlagen an Konkurrenzkraft gegenüber anderen Baumarten gewinnt und dementsprechend häufiger vorkommt.

Der botanische Name des Berg-Ahorns pseudoplatanus bezieht sich auf die schuppig abblätternde, platanenähnliche Rinde. Die für alle Ahornarten typischen, handförmig gelappten Blätter sind beim Berg-Ahorn gesägt und deutlich weniger spitz als beim nahe verwandten Spitzahorn. Am bekanntesten sind wohl die Früchte des Berg-Ahorns - paarig verwachsene, geflügelte Nüsschen, die wie Propeller zu Boden segeln und einzeln besonders bei Kindern als »Nasenhörner« Verwendung finden.

Auch das Holz des Berg-Ahorns ist begehrt. Seit altersher wird es als Klangholz im Instrumenten-, vor allem im Geigenbau genutzt. Das helle Holz ist aber auch zur Herstellung von Möbeln geschätzt. Besonders gesucht sind Stämme mit welliger und strukturreicher Holzmaserung, die als Flammen- und Vogelaugen-Ahorn zu Furnier und anschließend zu erlesenen Möbelstücken verarbeitet werden.

Ein weiteres Produkt des Ahorns, das nicht nur bei Kindern sehr beliebt ist, ist der Ahorn-Sirup. Der stammt allerdings vom nordamerikanischen Zucker-Ahorn, einem Vetter des europäischen Berg-Ahorns. Es ist der zuckerreiche Baumsaft, der im Frühling aufsteigt, um die austreibenden Blätter und Zweige mit Energie zu versorgen. Eingekocht ergibt dieser Baumsaft den dunkelbraunen, süßen Sirup, der Pfannkuchen, Eis und Gebäck verfeinert. Auch aus dem Saft des Berg-Ahorns ließe sich Ahorn-Sirup gewinnen. Allerdings ist er sehr viel weniger ergiebig als sein kanadischer Verwandter. Daher sollten wir den Berg-Ahorn mitsamt seinem Saft weiterhin den Blattläusen, Ameisen, Faltern und sonstigen Tieren überlassen, die den Baum des Jahres als Nahrungsquelle und Lebensraum nutzen.

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Mittwoch 21. Januar 2009