ArcelorMittal will Abbaupläne fortsetzen

OGBL über Provokation gegen Stahlarbeiter empört

Für den Stahlkonzern ArcelorMittal ist es nicht vorstellbar, seine Abbaupläne und bereits angekündigte Schließungen von Hüttenwerken in mehreren EU-Ländern hinauszuschieben. Das sagte ein Vertreter des Stahlkonzerns im Anschluß an ein Treffen von Kapital-, Regierungs- und Gewerkschaftsvertretern mit EU-Industriekommissar Antonio Tajani am Dienstag in Brüssel.

Die EU-Kommission hatte zuvor angekündigt, sie wolle bis Juni 2013 einen Aktionsplan für den Stahlbereich verabschieden.

EU-Hilfen für die Stahlbarone hatten in der Vergangenheit immer dazu geführt, dass die Stahlkonzerne massive finanzielle Unterstützung bekamen, parallel dazu aber die Demontage der Stahlindustrie und den Abbau von Arbeitsplätzen fortsetzten, während Proteste gegen die Schließung von Hüttenwerken von den Regierungen der einzelnen EU-Länder oft mit Polizeigewalt beantwortet wurden.

So auch am vergangenen 6. Februar, als rund 1.000 Beschäftigte von ArcelorMittal, darunter Stahlarbeiter der Gewerkschaft OGBL, vor dem EU-Parlament friedlich demonstrieren wollten, um ihre Befürchtungen über bevorstehende Betriebsschließungen zum Ausdruck zu bringen. Dort wurden sie jedoch von Vertretern der Staatsgewalt mit Tränengas und Blendgranaten angegriffen, wobei mehrere Demonstranten schwer verletzt wurden (»Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« vom 7. Februar 2013).

Der OGBL veröffentlichte gestern einen Brief an Außenminister Asselborn, in welchem er die Aggression der CRS gegen die Stahlarbeiter schildert, gegen diese Provokation protestiert und den Luxemburger Außenminister dazu einlädt, seine Empörung öffentlich kundzutun und sie den französischen Behörden zur Kenntnis zu bringen.

A.R.

Ali Ruckert : Mittwoch 13. Februar 2013