CSL-Gutachten zu Sicherheitsmaßnahmen am Findel

Kontrollen verstoßen gegen Rechte der Beschäftigten

Die Chambre des Salariés (CSL) veröffentlichte kürzlich eine vom OGBL in Auftrag gegebene Studie über die Sicherheitskontrollen am Flughafen Findel. Beschäftigte dort hatten sich darüber beschwert, daß ihre Persönlichkeitsrechte und ihre Arbeit dadurch beeinträchtigt würden.
Die CSL ist der Überzeugung, daß die unangemeldeten Kontrollen die Arbeit tatsächlich beeinträchtigten und einen schweren Verstoß gegen die Persönlichkeitsrechte darstellten, da dabei persönliche und intime Gegenstände wie Damenbinden oder Unterwäsche vor den Augen der Arbeitskollegen präsentiert werden müßten.

Die CSL bezweifelt weiterhin, daß diese peinlichen Untersuchungen ohne Beisein von Polizeibeamten stattfinden, denen diese Aufgabe eigentlich zufiele. Ein Großherzogliches Reglement allerdings ließe zwar den Einsatz von privaten Sicherheitsangestellten in diesem Bereich zu, aber eben nur unter polizeilicher Aufsicht, da ein Reisender das recht habe, eine Durchsuchung durch private Sicherheitsbedienstete abzulehnen, woraufhin dann ein Polizist die Aufgabe übernähme. Zudem sähe eine EU-Richtlinie vor, daß Flughafenangestellte nicht dieselben Sicherheitskontrollen zu durchlaufen hätten, wie Reisende.

Die CSL erklärt, daß die aktuell am Findel durchgeführten Personalkontrollen nicht rechtens seien und Gepäck- sowie Personenkontrollen selbst Kriminalbeamten nur in bestimmten Fällen erlaubt seien.

Besonders empfindlich reagierte die Kammer allerdings auf die Lohnkürzungen infolge der Sicherheitskontrollen beim Personal. Die Stechuhr befände sich hinter der Kontrolle, weswegen es häufig zu verspätetem Dienstbeginn komme, wenn die Durchsuchungen mehr Zeit in Anspruch nähmen. Derartige Kürzungen des Arbeitslohns seien schlicht illegal. Gefordert wird hier, daß die Stechuhr zumindest vor der ominösen Kontrolle aufgestellt werde.

Lohnabzug ist illegal

Kritisiert wurde vom Personal auch Lohnkürzungen, die infolge der Kontrollen beschlossen wurden. Auch hier kommt die Arbeitnehmerkammer zu einer klaren Schlussfolgerung. Diese Lohnabzüge sind illegal. Die Stechuhr würde sich hinter den Kontrollpunkten befinden. Es sei also »normal«, dass bei systematischen Kontrollen die Angestellten zu spät auf ihrem Arbeitsplatz erscheinen würden. Dabei gebe es eine einfache Lösung: Die Uhr müsste vor den »Checkpoints« installiert werden.
Der OGBL hat diese Nachforschungsergebnisse der CSL nun an das Patronat weitergeleitet und erwartet entsprechende Gespräche, hieß es.

CK

Christoph Kühnemund : Dienstag 5. Februar 2013