Warum wird der Fahrermangel beim TICE nicht behoben?

Wenn von Personalmangel im öffentlichen Bustrans­port die Rede geht, ist der hauptstädtische Busbetrieb AVL (siehe »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« vom 28. Dezember 2012) keine Ausnahme.

Auch beim interkommunalen Syndikat TICE, welches den Personennahverkehr mit Bussen in einem großen Teil im Süden des Landes organisiert, herrscht Personalmangel. Das führt dazu, dass die Fahrdienstleitung bei der Schichtplanung vermehrt Wochendienste mit sechs Arbeitstagen vergibt, und das oft sogar in aufeinanderfolgenden Wochen.

»Dieser Zwang zu Überstunden ist das logische Ergebnis des Fahrermangels« schreibt »Le Signal« des Landesverbandes und stellt fest, dass damit die EU-Direktive 561/2006 missachtet wird und systematisch Überstunden eingeplant werden, was gegen das Funktionärsstatut verstoße.

Der Landesverband kam auf der Grundlage der Berechnungsmethode des TICE-Audits zur Schlußfolgerung, dass gegenwärtig immerhin acht Fahrer fehlen, soll der Fahrdienst entsprechend den gesetzlichen Bestimmungen funktionieren.

9.500 Urlaubstage stehen noch aus

Nicht berücksichtigt wurden bei diesen Berechnungen, dass immer noch 9.500 Urlaubstage aus den vergangenen Jahren ausstehen. Würden diese systematisch abgebaut, wären selbstverständlich bedeutend mehr Neueinstellungen notwendig.

Eine Möglichkeit, den akuten Mangel kurzfristig zu heben, sieht der Landesverband darin, dass eine Reihe Fahrer im Schnellverfahren mit einem »Contrat à durée déterminé« eingestellt und später als Funktionäre regulär übernommen werden könnten.

Das »Signal« erinnert daran, dass das im Jahr 2011 auf Druck des unter Führung des FNCTTFEL stehenden Ausschusses geschah, nachdem das Innenministerium dieser Vorgehensweise zugestimmt hatte.
Dies wird freilich nicht noch einmal geschehen, sollten die Beschäftigten des TICE und ihre gewählten Ausschussvertreter nicht mit Nachdruck die dringend gebrauchten Neueinstellungen fordern.

A.R.

Ali Ruckert : Donnerstag 3. Januar 2013