ArcelorMittal versilbert Anteile an kanadischem Minenbetreiber

Die gesunkene Stahlnachfrage setzt ArcelorMittal weiter zu. Um an frisches Geld zu kommen, verkauft der Branchenprimus für 1,1 Milliarden Dollar (umgerechnet 850 Millionen Euro) Anteile an einem kanadischen Minenbetreiber an ein Konsortium um die südkoreanische Pohang Iron and Steel Company (POSCO) und die taiwanesische China Steel Corporation (CSC). Wie ArcelorMittal am Mittwoch in Luxemburg mitteilte, soll das Geschäft bis Mitte des Jahres abgeschlossen werden. Allerdings stehe die Zustimmung der taiwanesischen Regierung und mehrerer Kartellbehörden noch aus.

ArcelorMittal hat mit einer flauen Stahlnachfrage zu kämpfen und will durch den Verkauf des Aktienpakets von 15 Prozent am kanadischen Bergwerksbetreiber Labrador Through seine Schulden abbauen. POSCO wiederum erhält Zugang zu Eisenerz und Kohle, das der weltweit viertgrößte Stahlkonzern bislang fast vollständig importieren muß. POSCO, CSC und ArcelorMittal wollen die Labrador Through künftig zusammen betreiben. Dieser Schritt sei Teil der Strategie, sich enger an seine Kunden zu binden, heißt es in der Konzernmitteilung.

Die verbliebenen knapp 280.000 Mitarbeiter von ArcelorMittal produzieren rund sechs bis sieben Prozent des weltweit hergestellten Stahls. Nach Angaben des Konzerns ist die Nachfrage in Europa seit Beginn der sogenannten Schuldenkrise um 29 Prozent zurückgegangen.

oe

Oliver Wagner : Donnerstag 3. Januar 2013