KBL setzt 150 Beschäftigte auf die Straße

Die KBL European Private Bankers S.A. wird demnächst eine Massenentlassung mit Sozialplan vornehmen und 150 Beschäftigte aus ihrem Hauptsitz in Luxemburg auf die Straße setzen.

Als Grund für die Massenentlassung gibt die Bank an, dass ihre Einnahmen seit Beginn der Krise stark zurückgingen. Das ist nicht allein auf weniger Zinseinkünfte zurückzuführen, sondern auch darauf, dass Spekulationsgeschäfte, die mit großen Risiken verbunden waren, zurückgefahren oder eingestellt wurden. Gleichzeitig stieg jedoch die Produktivität.

Negativ auf die Strategie der Bank wirkten sich auch die unsicheren Besitzverhältnisse aus.

Im November 2010 hatte die KBL, die damals noch eine Tochter der belgischen Finanzgruppe KBC war, bereits 115 Beschäftigte auf die Straße gesetzt.

Im März 2011 sollte die KBL für 1,35 Milliarden Euro an die Hinduja-Brüder, nach Lakshmi Mittal die reichsten Asiaten in London, verkauft werden, doch das Geschäft konnte nicht zum Abschluß gebracht werden, weil die Luxemburger Bankenaufsicht ihr Veto einlegte.

Ein Jahr später wurde die KBL dann dem katarischen Staatsfonds »Precision Capital«, der im Besitz der Clique um den Emir von Katar ist, für 1,05 Milliarden Euro in den Rachen geschoben. Der gleiche Fonds kaufte mit dem Segen der CSV/LSAP-Regierung bekanntlich auch 90 Prozent der Aktien der BIL-Banque Internationale du Luxemburg.

Die KBL besitzt Niederlassungen in Belgien, Frankreich, Deutschland, Monaco, der Schweiz und anderen europäischen Ländern. Sie sind von dem Aderlass nicht betroffen, allerdings dürfte auch dort während der nächsten Monate ein größerer Stellenabbau erfolgen.

Morgen Mittwoch sollen die Verhandlungen über einen Sozialplan für die 150 Beschäftigten die entlassen werden, beginnen.

Nik

Dienstag 27. November 2012