Servais-Literaturpreis an Pol Sax überreicht

Die Fondation Servais übergab am gestrigen Mittwoch im Merscher Literaturhaus den diesjährigen Prix Servais 2009 an Pol Sax (Foto) für seinen Roman U5, der im Elfenbein Verlag in Berlin erschienen ist. Seit 1992 zeichnet der Prix Servais das herausragende literarische Werk des vorausgehenden Jahres aus. Er wird jährlich auf Vorschlag einer unabhängigen Jury vergeben. Pol Sax ist der 18. Preisträger der Fondation Servais. Der Prix Servais ist mit 4.000 € dotiert.

Die Jury ehrt damit den in Berlin lebenden Luxemburger Schriftsteller für die sprachlich elegante und komplexe Beziehungsgeschichte von Paul, Barbara und Heinrich, deren Leben in Berlin entlang der U-Bahnlinie U5 zwischen Alexanderplatz und Hönow stattfindet. Das Buch erzählt aus der wechselnden Perspektive der drei Protagonisten von sozialen und kommunikativen Suchbewegungen: Einsamkeit, Trauer und Liebessehnsucht. Er legt Abgründe frei, kreist um die zentralen Themen Liebe, Tod und Schuld.

Der 1960 in Schifflingen geborene Pol Sax studierte Germanistik und Philosophie an der Universität in Heidelberg und an der Université libre de Bruxelles. Pol Sax war u.a. Betreiber der Heidelberger Nudelfabrik. Seit 2001 lebt er als freier Autor in Berlin.

Gleichzeitig wurde gestern auch der 2000 ins Leben gerufene Prix d’encouragement de la Fondation Servais, der Autoren vorbehalten ist, die noch kein literarisches Werk veröffentlicht haben, an Hélène Tyrtoff für den lyrischen Prosatext Corps expéditionnaire übergeben. Der Preis ist mit 2.500 € dotiert; der Betrag wird zum Zeitpunkt der Veröffentlichung an den Verleger überwiesen.

Die Mitglieder der Jury der Servais-Stiftung waren: Claude D. Conter (Präsident), Alexandra Fixmer, Maisy Hausemer, Pierre Mergen, Jeanne Offermann-Turnau, Alex Reuter, Marie-Paule von Roesgen, Marie-Jeanne Wagner und Jacques Wirion.

Donnerstag 18. Juni 2009