Sozialabbau im Pflege- und Sozialsektor geplant

Schlichtung von Protesten begleitet

Anfang Februar 2009 waren die Verhandlungen zwischen Patronat und Gewerkschaften zwecks Erneuerung des Kollektivvertrags für 12.000 Beschäftigte aus dem Pflege- und Sozialbereich gescheitert.

Die Trägergesellschaften von Pflege- und Sozialeinrichtungen hatten sich nicht nur geweigert, auf die gewerkschaftlichen Forderungen einzugehen, sondern wollten ein neues Lohnsystem durchsetzen, das mehr Flexibilität und zweifelhafte Bewertungskriterien beinhalten sollte. Zudem wollte das Patronat die infolge der Anhebung des Punktwerts anstehende Lohnerhöhung von 1,5 % ab 2009 nicht als festen Bestandteil des Lohnes, sondern nur als einjährige Prämie verstanden wissen.

Am 7. Mai dieses Jahres hatte es ein erstes Treffen zwischen Gewerkschaften und Patronat vor dem nationalen Schlichtungsamt gegeben, ohne dass es zu einer Annäherung der Standpunkte gekommen war. Ob das Patronat inzwischen von seiner sturen Haltung abgerückt ist, dürfte sich anlässlich der zweiten Zusammenkunft zeigen, die am heutigen Mittwoch stattfinden soll.

Während der vergangenen Wochen hatten die Beschäftigten aus mehreren Sozialeinrichtungen zum Schichtbeginn auf ihre Forderungen aufmerksam gemacht, indem sie gegen die provokative Haltung der Patronatsverbände protestiert hatten.

A.R.

Ali Ruckert : Mittwoch 10. Juni 2009