Der Madoff-Skandal ist am Luxemburger Finanzplatz angekommen

Setzten UBS, HSBC und Luxemburger Staatssparkasse 7 Milliarden Euro in den Sand?

Mitte Dezember 2008 begann der gigantische Betrug des US-amerikanischen Finanzgurus Bernhard Madoff, der ein 50-Milliarden-Dollar schweres Schneeballsystem in Gang gesetzt hatte, das globale kapitalistische Bankensystem zu erschüttern. Seither meldeten immer neue Banken Verluste in Milliardenhöhe an.

Es stellte sich heraus, dass auf der Kundenliste Madoffs die feinsten Adressen der sogenannten Reichtumsverwaltung standen. Das hatte einen guten Grund, denn bei Madoff, der als einer der erfolgreichsten Finanzmanager der jüdisch-amerikanischen Elite gefeiert wurde, gab es solide elf Prozent Zinsen.

Damals hatte es geheißen, nichts deute darauf hin, dass auch Banken am Finanzplatz Luxemburg dem Hochstapler auf den Leim gegangen sein könnten. Manche Bankmanager, die mit Madoff Geschäfte gemacht hatten, wussten es natürlich besser, hielten sich aber diskret zurück.

Sie bekamen den Hals nicht voll genug

Doch einen Monat später ist der Madoff-Skandal nun in Luxemburg angekommen, und es lässt sich nicht länger verheimlichen, dass mindestens drei Bankinstitute Gelder von Madoff-Fonds verwalteten. Neben den Niederlassungen der Schweizer Großbank UBS und des weltgrößten Finanzunternehmens HSBC wird auch die Luxemburger Staatssparkasse (BCEE) genannt. Geschätzt wird, dass die drei Banken zusammen bis zu 7 Milliarden Euro in den Sand gesetzt haben könnten. Jetzt wird natürlich nach den Schuldigen gesucht, und die schlauen Reichtumsverwalter in den Chefetagen der Banken, die den Hals nicht voll genug bekamen und sich offenbar zu keinem Zeitpunkt Gedanken über die hohen Madoff-Zinsen machten, zeigen nun mit dem Finger auf die Aufsichtsbehörde. Dabei hatten sie in der Vergangenheit für Investmentfonds gar keine genauen Kontrollen gewollt. Hauptsache der Profit stimmte.

A.R.

Ali Ruckert : Freitag 16. Januar 2009