Logwin baut ab

Weil die Produktionsdrosselungen in aller Welt den Warenaustausch einbrechen ließen, will der bis April 2008 als Thiel Logistik firmierende Logistikkonzern Logwin in der größten Sparte Road + Rail sogenannte Randaktivitäten verscherbeln.

Die »enttäuschenden Ergebnisse« in diesem Geschäftsfeld (22,5 Prozent weniger Umsatz im ersten Quartal, ein operativer Verlust von 5,9 Millionen Euro) würden »ein entschlossenes Handeln zur Straffung der Geschäftsaktivitäten in den Landverkehren« erforderlich machen, heißt es in einer am Dienstag in Grevenmacher veröffentlichten Pressemitteilung. Dazu gehörten auch Geschäftsschließungen und Desinvestitionen, also der Verkauf von Finanz- oder gar Sachwerten.

Nachdem Logwin das Geschäftsjahr 2008 (bei einem Umsatz von zwei Milliarden) mit einem Verlust von über 100 Millionen Euro abschloß, kündigte der vom deutschen Milliardär Stefan Quandt kontrollierte Konzern kürzlich an, »alle Möglichkeiten der Effizienzsteigerung« nutzen zu wollen. Wie es hinsichtlich der Abbaupläne gestern weiter hieß, sollen die Aktivitäten des Geschäftsfelds Solutions »stärker vertrieblich ausgerichtet« werden, mit dem Ziel, »die Administrationskosten drastisch zu senken«. Lediglich die strategische Ausrichtung der Sparte Air + Ocean bleibe unberührt.

Im vergangenen Jahr arbeiteten weltweit 8.600 Männer und Frauen für Logwin. Rund 80 Prozent der Aktien des Logistikkonzerns werden mittlerweile von der Management-Holding Delton gehalten, deren Alleineigentümer Stefan Quandt ist.

Mit einem Privatvermögen von umgerechnet 6,8 Milliarden Dollar belegte der Sproß der während des Faschismus durch die Sklavenarbeit von KZ-Häftlingen und Zwangsarbeitern reich gewordenen Unternehmerfamilie Quant im vergangenen Jahr den 137. Platz in der Forbes-Liste der reichsten der Reichen.

oe

Oliver Wagner : Mittwoch 27. Mai 2009