Bessere Arbeitsbedingungen im neuen Cargolux-Hangar

Moderne Wartungshalle bereits in Betrieb – Offizielle Einweihung für September geplant

Auch wenn die offizielle Einweihung erst für September geplant ist, gab die Cargolux Transportminister Lucien Lux am Montag Gelegenheit, den bereits eine Woche zuvor in Betrieb genommenen neuen Wartungshangar in der Nähe von Sandweiler zu besuchen und so im Vorfeld der Wahlen mit einer Erfolgsmeldung zu glänzen.

Wie Cargolux-Chef Ulrich Ogiermann gestern erklärte, sind die knapp 400 Techniker und sonstigen Mitarbeiter mit großem Enthusiasmus in den neuen Hangar umgezogen, im dem sich in den Sommermonaten bis 20 oder sogar 21 Uhr bei Tageslicht arbeiten lasse und der groß genug ist, daß die beiden 26 Meter hohen und 97 Meter breiten Tore auch dann geschlossen werden können, wenn zwei Boeing 747-400F oder sogar zwei Airbus A380 gleichzeitig gewartet werden. Im alten Hangar war dies nicht möglich, was dazu führte, »daß Triebwerke bei Minustemperaturen ausgetauscht werden mußten«.

Architekt Jean-François Schmit aus Paris bemühte sich freilich nicht nur um eine Verbesserung der Arbeitsbedingungen in dem neuen Hangar. Indem Hebebühnen und kräne weitestgehend durch schwenkbare Plattformen ersetzt wurden, sei auch die Produktivität massiv erhöht worden, so Ogiermann. Habe es bisher fünf Stunden gedauert, eine Scheibe zu wechseln, so benötigten die Techniker nun nur noch zwei Stunden.

Stolz zeigte sich der CEO der in Luxemburg ansässigen Frachtfluggesellschaft auch ob der Tatsache, daß »etwa zwei Drittel« der Baukosten in Höhe von 78,5 Millionen Euro luxemburgischen Unternehmen zuflossen. Unter anderem seien 7.500 Tonnen Stahl aus dem Differdinger ArcelorMittal-Werk für die insgesamt 55.000 Quadratmeter große Wartungshalle verbaut worden.

Damit die Baukosten nicht in der Bilanz auftauchen und um die Kriegskasse gefüllt zu halten, will die Cargolux den mit Krediten »von allen großen Luxemburger Banken« finanzierten Hangar übrigens am 15. Juni an ein Bankenkonsortium aus der deutschen Commerzbank und der BGL (Ex-Fortis) verkaufen, um ihn dann für zunächst 15 Jahre zu leasen. Nach 15 Jahren habe man dann das Recht, den Hangar zurückzukaufen oder aber ihn für weitere fünf Jahre zu leasen.

oe

Oliver Wagner : Dienstag 26. Mai 2009