»Wir sprechen nicht über Entlassungen«

LuxairGroup meldet 8,5 Millionen Euro Nettoprofit für 2008 und will in diesem Jahr »die Auswirkungen der Krise abmildern«

Obwohl der Umsatz der LuxairGroup im Geschäftsjahr 2008 leicht auf 416,7 Millionen Euro zulegte, beläuft sich der Nettoprofit für 2008 (nach 18,25 Millionen Euro im Vorjahr) nur noch auf 8,47 Millionen Euro. Ohne das Ende 2005 aufgelegte Umstrukturierungsprogramm »Building a new Air- line« wäre 2008 sogar mit einem Verlust von nahezu 20 Millionen Euro abgeschlossen worden, so Verwaltungsratspräsident Marc Hoffmann am Dienstag. Der Luxair stünden »harte Zeiten« bevor, trotzdem werde in den laufenden Verhandlungen mit den »Sozialpartnern« nicht über Entlassungen gesprochen. Auch Generaldirektor Adrien Ney betonte, man sei »ein verantwortungsvoller Arbeitgeber«, weshalb »die Rettung der 2.400 Arbeitsplätze bei der LuxairGroup« in diesem Jahr ein vorrangiges Ziel sei.

Habe zunächst der massive Ölpreisanstieg im Frühjahr und Sommer vor allem der LuxairCargo zu schaffen gemacht, so habe ab September 2008 die Finanz- und Wirtschaftskrise die Nachfrage in sämtlichen Geschäftsbereichen einbrechen lassen. Produktionsdrosselungen in aller Welt ließen den Warenaustausch zurückgehen und im Schlußquartal wurden deutlich weniger Geschäfts- und Anschlußflüge gebucht. Zwar hat die Krise auch Auswirkungen auf den Geschäftsbereich Ferienflüge und in der Großregion nehme die »aggressive Konkurrenz« der Billigflieger weiter zu, trotzdem habe LuxairTours vergleichsweise gut abgeschnitten und habe sogar »die Latte von 225.000 Kunden klar überspringen können«. Ney zufolge werden derzeit eher günstigere Reisen gebucht und es werde verstärkt von Last-Minute-Angeboten Gebrauch gemacht.

Trotz der Krise ist es der Luxair im vergangenen Jahr gelungen, die Zahl der Passagiere um gut sechs Prozent auf 1,22 Millionen zu steigern. Doch für das laufende Jahr sind die Aussichten mehr als düster. So geht die Internationale Flugtransportvereinigung (IATA) von einem Rückgang des weltweiten Passagieraufkommens um fast sechs Prozent und des Luftfrachtverkehrs um 13 Prozent aus.

Nun, so Hoffmann, mache sich die konservative Finanzpolitik des Verwaltungsrates bezahlt, die unter anderem eine geringe Verschuldungsrate vorsieht. Zusammen mit dem Programm »Building a new Airline« sei die LuxairGroup so in der Lage, die Krise zu überstehen. Obwohl bereits zu Beginn der Finanz- und Wirtschaftskrise »verschiedene operationelle Maßnahmen« eingeleitet worden seien, müsse 2009 mit einem negativen Betriebsergebnis von etwa 14,5 Millionen Euro gerechnet werden. So werde die Zahl der Geschäftsreisen um schätzungsweise 28 Prozent und das umgeschlagene Frachtvolumen um etwa 13 Prozent zurückgehen.

Letzteres sei in den ersten drei Monaten 2009 sogar um 22 Prozent zurückgegangen und die »optimistische Prognose« werde wohl nur dann eintreffen, wenn sich die Situation der Weltwirtschaft in der zweiten Hälfte dieses Jahres deutlich verbessert. Derweil mache LuxairTours die Rezession in Frankreich, ihrem wichtigsten Absatzmarkt, zu schaffen. Gegenwärtig liege die Zahl der Buchungen um 11 Prozent unter dem gewohnten Wert, was man mit verstärkten Marketingmaßnahmen, der Einführung neuer Sonderangebote, einer Reduzierung der Kapazitäten und der Neuverhandlung der Verträge mit Hotels und Partnern begegnen wolle. Denn weniger Passagiere auf Findel lassen auch die Umsätze der für das Catering zuständigen LuxairServices sowie der »buy bye Luxembourg«-Boutiquen einbrechen.

Während es Hoffmann auf Nachfrage ausschloß, daß die Luxair nach Vorbild des irischen Konkurrenten Ryanair Gebühren zur Toilettenbenutzung oder Aufschläge für dicke Passagiere einführt, wollte er Entlassungen »nicht für immer ausschließen«.

oe

Oliver Wagner : Mittwoch 20. Mai 2009