Thermalbad Mondorf: 2008 schon wieder kein Defizit

Das Thermalbad Mondorf hat wohl nicht den Auftrag, Profite zu scheffeln, positiv ist es dennoch, wenn es ein Jahr nach dem anderen mit einem kleinen Gewinn abschließt.

2008 war nach dem Rahmengesetz 1988 die zwanzig­jährige Jubiläumsfeier fällig, die Anlaß bot, einen Heißluftballon einzuweihen, der gemeinsam mit dem Casino 2000 betrieben wird. Es war aber auch das Jahr, in dem der 2009 in seinem 72. Lebensjahr verstorbene Guy Bernard nach 7 Jahren als Präsident des Verwaltungsrats durch Paul Hammelmann, der bekanntlich nicht Staatsrat werden durfte, ersetzt wurde.

Gute Arbeit trotz Krise

Sei’s wie’s sei: 2008 endete mit einem Plus in der Bilanz von 102.000 € nach einem solchen von 125.000 € im Jahr zuvor. Dennoch hat das Thermalbad Mondorf gut gearbeitet, denn dieses Ergebnis kam zustande, obwohl gegenüber dem Vorjahr Mehrkosten von rund 300.000 € (+30%) bei der Energie anfielen, obwohl bei den Reinigungskosten durch den Wechsel von einer Firma, mit der es Probleme gab, zu einer Firma, die für perfekte Hygiene sorgt, Mehrkosten von 227.000 € anfielen und obwohl auch das Thermalbad unter den steigenden Gemeindetaxen für Wasser und Abwasser zu leiden hat, jener EU-Verrücktheit, die einen kostendeckenden Preis ab 2010 vorschreibt, der nicht unter 5 €/m3 zu liegen kommen wird. Schwimmbecken und Duschen ohne Wasser sind halt nicht zu machen. Daß die Energiekosten im Thermalbad so hoch liegen, ist nicht nur der Preissteigerung fossiler Energien im Jahr 2008 geschuldet, sondern auch der Tatsache, daß die meisten Gebäude des Thermalbads, die im Eigentum von Papa Staat stehen, aus einer Zeit stammen, in der Wärmedämmung absolut kein Thema war.

Wohl hat das Thermalbad bereits eine Kraft-Wärme-Koppelungsanlage, die einige Einsparungen zur Folge hat, für die wärmetechnische Sanierung der bestehenden Gebäude ist man aber auf das Wohlwollen des Bautenministeriums angewiesen, mit dem seit längerem verhandelt wird. Es besteht die Hoffnung, daß im Rahmen der Antikrisenmaßnahmen sich da was machen läßt – zumindest 2010. Im Herbst 2009 wird jetzt immerhin eine Abdeckung der Schwimmbecken installiert, damit bei Nacht nicht mehr jede Menge Wärme in die Atmosphäre entweicht. Das war nicht so einfach, da diese Becken in Mondorf keine rechteckige Form haben. Nach langer Suche ist es doch gelungen, jemanden zu finden, der auf Maß dazu Abdeckungen anfertigt.

Vor allem der Hotelbereich hat ab Oktober 2008 unter der Krise zu leiden begonnen: bis dahin gelang es, den Belag des Hauses auf 74% zu steigern, doch dann ging es bergab: mit 71,5% waren es am Ende 0,7% weniger als 2007. Aus diesem Grund gelang es 2008 wieder nicht, das Parc Hôtel aus den roten Zahlen zu führen. Positiv ist dennoch, daß dieses ungedämmte Gebäude sein Defizit um ein Drittel verringerte.

Im ersten Trimester 2009 ging es zunächst allerdings unerfreulich weiter: es gab ein Minus von 8% gegenüber dem Vergleichszeitraum 2008 – vor allem wegen ausfallender Geschäftsreisenden und Jahresendfeiern der Betriebe. Geschäftsreisende blieben auch im April weiter aus, allerdings zog die Belegung durch Seminare wieder deutlich an. Im Verbund mit den Veränderungen im Restaurantbereich, mit einer Erweiterung der Karte diesseits des hochpreisigen Spitzengastronomiebereichs, besteht die Hoffnung, daß 2009 nicht zu einem Katastrophenjahr wird.

Zukunftsmusik

Auch sonst bleibt das Thermalbad Mondorf nicht stehen. Nachdem wieder Boote und Pedalos auf der Gander unterwegs sind, und vor Ostern ein »Easy-Golf« eröffnet wurde, wird Ende 2009 eine von Japan inspirierte Sauna mit der Möglichkeit der Klangschalentherapie, die voll der Ruhe und Erholung huldigt, eröffnet. Ebenso wird es einen neuen Trockeninhalationsraum mit salziger Luft zur Stärkung der Abwehrkräfte geben.

Auf medizinischem Gebiet wird neben der Rheumatherapie, die 2008 95,2% aller Kuren ausmachte, daran gedacht neben einer Auffrischung dieser Therapien sich neuen Ufern zuzuwenden.

Gedacht ist da zunächst konkret an Fettsuchttherapien – positiv formuliert: Lernen, wie gesunde Ernährung Spaß macht. Ein zweites Feld ist das Wiederaufrichten von Brustkrebspatientinnen nach der klinischen Behandlung auf physischen und psychischem Gebiet. Ein drittes Feld, auf dem aber die Überlegungen erst in den Kinderschuhen stecken, ist jenes derjenigen, die aus der Herzchirurgie entlassen werden; ein Gebiet in dem Luxemburg zuletzt an die Spitze des Fortschritts gelangte. Es wäre ein Gebiet, das ans erste anschließen kann, und es wäre eindeutig ein Gewinn, die gesamte Behandlung im Land anbieten zu können, anstatt die Patienten aus der Klinik in ausländische Kurzentren zu entlassen.

Der Personalstand des Thermalbads steht bei 300 Leuten, die 272 Vollzeitposten ausfüllen. 50 davon wurden 2008 für zwanzigjährige Dienste geehrt, 10 für zehnjährige. Die Personalkosten machen 55,3% des Umsatzes aus. 2007 waren es 56%.

Die Zahl der Kuren leidet (trotz +3,6% 2008 nach -5,9% 2007) weiterhin unter der Regelung, die vorschreibt, eine neue Kur von drei Wochen könne frühestens 12 Monate nach Ende der letzten Kur beginnen: das hat seit Bestehen dieser Regelung in den Monaten Juli und August zu einem Einbruch geführt, weil damit Leute aus dieser Zeit herausfallen, die sie aus beruflichen oder familiären Gründen bevorzugen.

jmj

Freitag 15. Mai 2009