Stahlarbeiter aus Florange manifestieren in Luxemburg

Wenn die Aktionäre von ArcelorMittal am Dienstag zu einer Hauptversammlung am Konzernsitz in Luxemburg zusammenkommen, werden sie von Stahlarbeitern aus dem lothringischen Florange in Empfang genommen, die um die Zukunft »ihres« Werkes fürchten. Zu der um 13 Uhr beginnenden Protestkundgebung rufen die Gewerkschaften CGT, CFDT, CFE-CGC, FO, und CFTC auf.

Nachdem die Konzernführung einen Hochofen bereits im Dezember abschalten ließ, kam die Stahlproduktion in Florange Anfang Mai gänzlich zum Erliegen, als auch der zweite Hochofen stillgelegt wurde. Gewerkschaftsangaben zufolge wurden 1.000 der 2.600 Beschäftigten für fünf bis 18 Monate auf Kurzarbeit gesetzt. Die Stahlarbeiter kritisieren, daß »ihr« Konzern sie in Ungewißheit darüber läßt, ob und wann die Produktion wieder aufgenommen wird. Vor einem Monat wurde bekannt, daß ArcelorMittal die Stahlproduktion in Billiglohnländern konzentrieren will, um so die Folgen der kapitalistischen Krise auf die Beschäftigten abzuwälzen. 2008 erwirtschafteten die weltweit 320.000 Mitarbeiter von ArcelorMittal einen Profit von 6,4 Milliarden Euro.

Oliver Wagner : Sonnabend 9. Mai 2009