Cargolux: Gewerkschaften lassen sich nicht erpressen

Verhandlungen gescheitert – OGB-L und LCGB schalten Schlichtungsamt ein

Weil die Konzernführung am Freitag mit Entlassungen drohte, haben die Gewerkschaften OGB-L und LCGB-SEA sowie die Personaldelegation der Cargolux die seit Anfang des Jahres laufenden Verhandlungen über einen neuen Kollektivvertrag und einen Aktionsplan für beendet erklärt und angekündigt, das Nationale Schlichtungsamt (ONC) anzurufen.

Seit Verhandlungsbeginn habe die Direktion der Frachtfluggesellschaft kein Interesse an einem »konstruktiven So-zialdialog« erkennen lassen und inakzeptable Forderungen gestellt, heißt es in einer gemeinsamen Presseerklärung der beiden Gewerkschaften. Erst habe die Direktion gefordert, die Gehälter einzufrieren, dann das 13. Monatsgehalt auf unbestimmte Zeit zurückzusetzen und schließlich habe sie die »Sozialpartner« aufgefordert, Lohnkürzungen in Höhe von mindestens zehn Prozent hinzunehmen.Die Gewerkschaften betrachten ihre Verhandlungsbeiträge hingegen als »konstruktiv«, weil sie eine Nullrunde bei den Gehältern und andere Zugeständnisse »zur Kostensenkung« angeboten hatten. Nach dem Erpressungsversuch vom gestrigen Freitag, so das Kommuniqué, seien gewerkschaftliche Aktionen nun nicht mehr ausgeschlossen.

oe

Oliver Wagner : Samstag 9. Mai 2009