15 Jahre Planungssicherheit für die CFL

Transportminister Lux: »Wir sind dabei, die ‚Bataille du rail‘ zu gewinnen«

Mit einem ministeriellen Bekenntnis zu einem integrierten Eisenbahnbetrieb wurden am Donnerstag zwei wichtige Verträge und eine Konvention zwischen dem Staat und der nationalen Eisenbahngesellschaft unterzeichnet. Sowohl der Vertrag über die Bestellung des Personenverkehrs mit Zügen und Bussen als auch der Vertrag über den Erhalt und den Ausbau der Eisenbahninfrastruktur haben eine Laufzeit von 15 Jahren, beginnend jeweils mit dem 1. Januar 2010. Die Konvention über das Betreiben der zum staatlichen Schienennetz gehörenden Gebäude durch die CFL läuft hingegen bereits am 31. Dezember 2018 aus.

Mit diesen Vertragsunterzeichnungen, so anschließend CFL-Verwaltungsratspräsident Jeannot Waringo, »wurde die Zukunft der CFL-Mitarbeiter und -Kunden für die nächsten 15 Jahre abgesichert«. Gleichzeitig forderten die Verträge von den CFL »Qualität, Sicherheit und Effizienz« ein. Als die CFL vor fünf Jahren ihren Frachtbereich restrukturierten, hätten viele gefordert, diesen aufzugeben und nach niederländischem Vorbild der Deutschen Bahn AG zu überlassen. Heute jedoch könne die CFL-Cargo mit guten Ergebnissen aufwarten und sie habe im vergangenen Jahr 136 Neueinstellungen vorgenommen. »Ohne die Wirtschaftskrise hätten wir noch in diesem Jahr ein Gleichgewicht bei der CFL-Cargo erreicht – also innerhalb von fünf Jahren ein Defizit von 30 Millionen Euro abgebaut.«

Auch die Präsidenten der Eisenbahnergewerkschaften Landesverband (FNCTTFEL) und FCPT-Syprolux, Nico Wennmacher und Georges Bach, zeigten sich gestern zufrieden über die Vertragsabschlüsse »noch vor den Wahlen«, die 15-jährige Laufzeit der Verträge und insbesondere darüber, daß sich Transportminister Lucien Lux zu einem integrierten Eisenbahnbetrieb bekannte. »Das war nicht immer so«, erinnerte Wennmacher, »wir haben uns seit 2000 gegen Zwangsausschreibungen wehren müssen«. Auch die Neueinstellungen der vergangenen Jahre seien erst auf gewerkschaftlichen Druck hin erfolgt. Bach betonte, daß die beiden Gewerkschaften eine Aufspaltung der CFL erfolgreich abgewehrt hätten, während Eisenbahngesellschaften im Ausland gerade dabei seien, »die Scherben zusammenzukehren.

Als »eine Geste großen Vertrauens in die klassische Eisenbahn« bezeichnete Lux die Verträge, die es erlaubten, »die großen Herausforderungen der nächsten 15 Jahre« zu meistern. Zu Beginn der auslaufenden Legislaturperiode habe er eine »Bataille du rail« angekündigt, die gerade gemeinsam gewonnen werde. 25 Prozent mehr Zugpassagiere zeigten, »daß wir vieles richtig gemacht haben«. Die Eisenbahn als »Rückgrat einer modernen Mobilität in Luxemburg und der Großregion« sei attraktiver geworden, weil man die Takte erhöht, den Fuhrpark ausgeweitet und neue Linien geschaffen habe.

Auch den aus Klimawandel und Luftverschmutzung erwachsenen Anforderungen werde die Eisenbahn am besten gerecht, so der auch mit dem Umweltressort betraute Minister. Und die CFL gehörten zu den wenigen Betrieben im Land, »die trotz Wirtschaftskrise noch einstellen«. In den vergangenen Monaten hätten »jene, die von Auslagerung, Privatisierung, Holdinggesellschaften und Börsengang sprechen, Schlachten verloren«. Europa brauche zwar ein einheitliches Eisenbahnnetz, »aber keine Eisenbahnen, die kein Gesicht mehr haben, die nur auf schnellen Profit aus sind und dabei Personal und Kunden vergessen«.

oe

Oliver Wagner : Freitag 8. Mai 2009