Schauspieler Thierry van Werveke verstorben

Nach langer Krankheit verstarb in der Nacht zum Montag, im Alter von 50 Jahren, der Luxemburger Schauspieler Thierry van Werveke.

Thierry van Werveke machte seine ersten Schauspielerfahrungen 1982 in dem Kurzfilm »Stefan« des Luxemburger Regisseurs Andy Bausch, in dessen Filmen er auch während der nachfolgenden Jahre Hauptrollen hatte, so unter anderem in »Cocaine Cowboy«, »Troublemaker« und »A Wopbopaloobop A Lopbamboom«.

Ab 1990 übernahm er auch Rollen in Filmen anderer Regisseure, darunter Pol Cruchten (»Hochzäitsnuecht«), Paul Kieffer (»Schacko Klak«) und Marc Olinger (»De falschen Hond«).

Mit seiner Rolle als »Henk« in »Knockin’ on Heaven’s Door« von Thomas Jahn schaffte er 1996 den Durchbruch in Deutschland, wo er ab 1997 in mindestens 13 Film- und elf Fernsehproduktionen, darunter mehrere Krimis der »Tatort«-Serie, mitwirkte.

Trotz seiner vielen Engagements in Deutschland, übernahm Thierry van Werveke, der oft als sympathischer »Looser« mit großer Schnauze und großem Herz brillierte, weiter Rollen in Luxemburger Filmen, darunter »Le Club des Chômeurs« (2001), »La revanche des Chômeurs« (2004), »Deepfrozen« (2006) (alle von Andy Bausch) und »Perl oder Pica« (2006) von Pol Cruchten.

1998 wurde er beim Filmfestival im französischen La Clusaz für seine Rolle in »Troublemaker« mit einem Preis ausgezeichnet, 2003 folge der Luxemburger Filmpreis für seine Rolle in »Le Club der Chômeurs« und im April 2008 wurde er für seine schauspielerische Leistung im Film »Eine andere Liga« von Buket Alakus mit dem deutschen »Adolf-Grimme-Preis« ausgezeichnet.

Gegenwärtig ist »Inthierryview« in den Luxemburger Kinos zu sehen, ein Dokumentarfilm von Andy Bausch über das Leben von Thierry van Werveke.
In Luxemburg war Thierry auch als Sänger der Gruppen »Taboola Rasa« und »Nazz Nazz« bekannt.

Weniger bekannt ist, dass der Schauspieler, der politisch nicht öffentlich in Erscheinung trat, seit 2002 und bis zu seinem Tod Mitglied der Kommunistischen Partei Luxemburgs war.

Seiner ganzen Familie entbieten wir unser Mitgefühl.

A.R.

Ali Ruckert : Dienstag 13. Januar 2009