»Zesummen staark« – Solidarität unter den Frauen

Aus Anlass des Internationalen Frauentages hatte die Union des Femmes Luxembourgeoises aufgerufen, einen gemeinsamen Frauentag zu begehen. Sechs Frauenorganisationen trafen sich zu einer Veranstaltung am 20. März im großen Saal der »Maison du Peuple« in Esch/Alzette. Es waren dies die Femmes communistes, Femmes socialistes, FNCTTFEL-Fraen, Lidia, Union des Femmes Italiennes und Union des Femmes Luxembourgeoises (UFL). Margot Quintus von der UFL führte durch die Versammlung und befasste sich insbesondere mit der Geschichte des Internationalen Frauentages und der Rolle Clara Zetkins, die für die Gleichstellung der Frauen, gegen Krieg und Ausbeutung kämpfte und am Ursprung des Internationalen Frauentages stand.

Vertreterinnen der sechs Organisationen richteten anschließend das Wort an die Versammelten. Als erste sprach Claudia Dall`Agnol von den Femmes socialistes über die Abtreibung. Sie betonte, dass noch immer Frauen ins nahe Ausland gehen müssen, um abzutreiben, was viel Geld kostet und einer Zweiklassengesellschaft Vorschi8b leistet. Sie verlangte eine fortschrittliche Fristenlösung und ist der Meinung, dass die Frau selbst entscheiden soll, wenn sie ein Kind haben möchte.

Jeanne Schosseler von den FNCTTFEL-Frauen ging auf die Wichtigkeit der öffentlichen Dienstleistungen, besonders für Frauen, ein. Marcelline Waringo von den Femmes communistes erinnerte unter anderem daran, dass in Luxemburg 30% der arbeitenden Frauen nur den Mindestlohn beziehen und 14% der Haushalte am Rande der Armut leben, davon 49% Alleinerziehende. Neun von zehn Teilzeitjobs werden von Frauen ausgeübt, was darauf zurückzuführen ist, dass eine Frau oft auf eine Ganztagsarbeit verzichten muss, weil sie bei der Hausarbeit und der Kindererziehung oft keine Unterstützung hat.

Nicole Lorenz von Lidia erinnerte daran, dass die Frauen in fast allen Berufen tätig sind, und doch gibt es in der Luxemburger Sprache meistens keine Bezeichnung für ihre Berufe, was einer Diskriminierung gleich kommt. Eine Gruppe von Frauen, unter ihnen Lidia, hat ein Wörterbuch zusammengestellt mit dem Titel »Weiblich-männlich, Beruf, Titel und Funktionen«, welches bereits in seiner dritten Auflage erscheint und immer noch aktuell ist.

Letzte Rednerin war Irène Bigler von der UFL, die zur Friedensfrage sprach. Sie betonte, dass die UFL bei allen Ostermärchen, bei Demonstrationen gegen die NATO-Aufrüstungspolitik und den Krieg in Afghanistan dabei war. Frauen der UFL nahmen teil an der »Marche mondiale des femmes« in Brüssel, die im Zeichen gegen Armut und Gewalt, für Frieden und Gerechtigkeit stand, des weiteren an einer Konferenz des schwedischen Frauenbunds gegen die atomare Bedrohung und für Abrüstung. Die Rednerin ging näher auf die NATO ein und betonte, dass 60 Jahre NATO nun wirklich kein Grund zum Feiern ist. Luxemburg sollte aus der NATO austreten und das viele Geld das dort verschleudert wird, sollte verwendet werden, um soziale Einrichtungen und Arbeitsplätze für die Jugend zu schaffen.

Baru

Freitag 3. April 2009