Energie-Labels für Haushaltsgeräte werden komplizierter

Der Kauf stromsparender Kühlschränke, Waschmaschinen und Geschirrspüler wird komplizierter: Die Regierungen der EU-Länder beschlossen am Dienstagabend eine Neugestaltung der Energie-Labels für Haushaltsgeräte. Sie wird dazu führen, daß die niedrigeren Effizienzklassen B bis G wegfallen. Die Unterschiede beim Stromverbrauch werden dann nur noch an einer neuen Unterscheidung innerhalb der A-Klasse abzulesen sein. Zudem soll erstmals der Energieverbrauch von Fernsehern gekennzeichnet werden.

Geräte, die über den A-Standard hinausgehen, dürfen nach der Neuregelung mit einem Zusatz nach dem Muster »A-20%« gekennzeichnet werden. Eine so ausgezeichnete Waschmaschine verbraucht also 20 Prozent weniger Strom als nach dem Effizienzstandard A vorgeschrieben. Die bisherige Differenzierung in A, A+ und A++ wird abgeschafft. Die Hersteller können das neue Label schon ab dem 5. Januar 2010 verwenden, verbindlich wird es zum 1. Januar 2011.

Der Hintergrund: Seit der Einführung der aktuellen Energie-Labels in den 90er Jahren hat sich der allgemeine Geräte-Standard so verbessert, daß heute die meisten Produkte der A-Klasse angehören. Die Unterschiede innerhalb dieser Klasse werden aber immer größer. Umweltschutzverbände hatten deshalb gefordert, die Effizienzstandards für die A-Klasse anzuheben und alle Geräte, die die neuen Vorgaben nicht erfüllen, herabzustufen. Dagegen liefen aber die Hersteller Sturm – mit Erfolg. Das Ergebnis: Bis zum 1. Juli 2010 müssen alle Geräte der Energieklassen B, C und niedriger vom Markt verschwinden. Kühlschränke und Gefriertruhen dürfen ab dem 1. Juli 2012 nur noch verkauft werden, wenn sie der heutigen Effizienzklasse A+ entsprechen. Die Standards für Waschmaschinen der Klasse A werden dagegen nur geringfügig verschärft. Hersteller, die die Standards übertreffen, können dies mit der neuen Prozentangabe kenntlich machen.

Die praktisch hinfälligen Effizienzklassen B bis G sollen aber auch künftig auf den Etiketten stehen. Die Folge: Jedes Gerät der Klasse A nimmt in der Skala optisch einen guten Platz ein – auch wenn es sich nach heutigen Maßstäben um einen Stromschlucker handelt.

Bei der neuen Kennzeichnung des Stromverbrauchs von Fernsehern soll es dagegen tatsächlich noch eine Abstufung von A bis G geben. Das liegt daran, daß die Effizienzstandards jetzt erst eingeführt werden. Ab 1. Juli 2010 dürfen nur noch Fernseher verkauft werden, deren Energieverbrauch unter dem aktuellen Durchschnitt liegt. Zum 1. April 2012 wird diese Vorgabe noch einmal verschärft. (AP/ZLV)

Donnerstag 2. April 2009