Bommeleeër: Wer traut sich, den Augiasstall auszumisten?

Für Aufsehen, wenn auch nicht für Überraschung, hat die Enthüllung von Staatsanwalt Robert Biever, am 15. März 2009 auf RTL-Tele Lëtzebuerg gesorgt, dass 88 von 125 im Rahmen der »Bommeleeër-Affär« gesicherten Beweisstücke während der vergangenen Jahre spurlos verschwanden.

Unter dem verschwundenen Beweismaterial sollen sich unter anderem auch Sprengstoffrückstände und Überbleibsel von Zündmechanismen von Bomben befinden, deren Untersuchung mithilfe der inzwischen entwickelten modernen kriminaltechnischen Methoden mit größerer Gewissheit Rückschlüsse auf die Täter zulassen würde. Doch was nicht da ist, kann nicht untersucht werden.

Niemand will wissen, wie die Beweistücke entwendet werden konnten und wohin sie verschwanden, obwohl es klare Prozeduren und Verantwortlichkeiten für die Verwahrung des Beweismaterials gab, so dass es eigentlich nicht kompliziert sein dürfte, die Verantwortlichen zur Rede zu stellen, sofern sie noch am Leben sind. Es sei denn, niemand hat ein Interesse daran, diesen Augiasstall auszumisten.

Übrigens: Wie steht es eigentlich mit der Untersuchung im Zusammenhang mit den zwei Polizeikommissaren und früheren Angehörigen der »Brigade Mobile« der Gendarmerie, die im Zusammenhang mit der Bombenlegeraffäre wegen versuchten Mordes angeklagt wurden? Seit ihrer Verhaftung am 23. November 2007 herrscht praktisch Funkstille.

A.R.

Ali Ruckert : Mittwoch 18. März 2009