Neofaschisten wollen grenzüberschreitend kooperieren

NPD Trier kündigt im Internet an, »Zusammenarbeit mit den Kameraden aus Luxemburg« weiter zu intensivieren

Deutsche und luxemburgische Neofaschisten haben angekündigt, ihre grenzüberschreitende Zusammenarbeit weiter intensivieren zu wollen. Wie es seit kurzem auf der Internetseite der NPD Trier heißt, war Pierre Peters, »Parteigründer« der offiziell schon im Dezember 1995 wieder aufgelösten »Nationalen Bewegung Luxemburg«, Anfang März als »Ehrengast« in Trier, um vor Gustav Simons ideologischen Erben eine dem NPD-Berichterstatter zufolge mehrfach durch spontanen Applaus unterbrochene sowie »emotional sehr bewegende« Rede zum Thema »Luxemburg in Gefahr?« zu halten.

»Wohl zum ersten Mal sprach ein Luxemburger auf einer NPD-Veranstaltung«, heißt es nicht ohne Stolz in dem mit Safet Babic unterzeichneten Bericht über den Luxemburger Abend der offen faschistischen Partei. Der aus Bosnien stammende Babic machte erstmals auf sich aufmerksam, als es ihm Ende 2003 gelang, mit einer Tarnliste der NPD in das Studierendenparlament der Universität Trier einzuziehen. Babic versteht sich als »europäischer« bzw. »bosnischer Befreiungsnationalist«.
Den von Babic nur in Auszügen und darüber hinaus noch ziemlich fehlerhaft – aus der Feier zur hundertjährigen Unabhängigkeit Luxemburgs 1939 macht er beispielsweise die 150-Jahr-Feier – wiedergegebenen Redeauszügen zufolge hat Peters vor seinen »Kameraden« des »Gau Moselland« den üblichen reaktionären, rassistischen und antiaufklärerischen Humbug verzapft, für den er seit Jahrzehnten bekannt ist.

Offiziell hat sich seine in den 80er Jahren gegründete »Nationale Bewegung« Ende 1995 aufgelöst, nachdem sie im Jahr zuvor im Juni bei den Parlamentswahlen scheiterte und die großherzogliche Polizei nur wenige Wochen später einem Mob von etwa 150 deutschen Neonazis, der vor der deutschen Botschaft in der Hauptstadt des angeblichen »Opfertodes« von »Führerstellvertreter« Rudolf Heß gedenken wollte, etwas unsanft über die Grenze verhalf.

Seitdem ist der 1953 in Esch/Alzette geborene Pierre Peters immer mal wieder als Mitglied eines Freundeskreises »Fräi Stëmm vu Lëtzeburg« in Erscheinung getreten. Wie man es von ihm seit ein paar Jahren kennt, würzte Peters seine kruden Ansichten auch in Trier mit einer Prise Ökofaschismus.

So nahm er sich nicht nur der »Verbrecher, Halunken und Unruhestifter« von 1789, 1792, 1848, 1917 und 1968 an, beklagte Luxemburg sei längst »französisiert«, werde von »kranken Menschen« regiert und sei zu einem »mit Menschen der verschiedensten Rassen und Herkünfte zusammengewürfelten Gebilde geworden«, in dem selbstverständlich die nicht wahlberechtigten »Ausländer die Zügel in der Hand haben« und das sich gleichermaßen »Linke und Kapitalisten« in steter Eintracht »unter den Nagel gerissen« haben. Peters beklagt auch, »die Qualität des Trinkwassers« sei in Luxemburg »nicht mehr garantiert«, »der Berg von Abfall und Dreck« werde »immer größer«und »innerhalb von 20 Jahren« habe das Land »über zehn Prozent seiner Grünflächen verloren«.

Gut dürften bei der NPD auch Peters Ausführungen zum Zweiten Weltkrieg angekommen sein, der ihm zufolge natürlich nicht am 1. September 1939 von den Hitlerfaschisten im Auftrag der reaktionärsten, chauvinistischsten und am meisten imperialistischen Elemente des deutschen Finanzkapitals begonnen wurde, sondern zwei Tage später als »England und Frankreich Deutschland den Krieg erklärten« und »Churchill und seine Verbündeten« das faschistische Deutschland in einen Krieg »zerrten«, den es »nicht wollte«.

oe

Oliver Wagner : Dienstag 17. März 2009