39. Friedens- und Solidaritätsbasar der »Union des Femmes Luxembourgeoises« (UFL)

Die Solidarität geht weiter

Der 39. Friedens- und Solidaritätsbasar der Union des Femmes Luxembourgeoises fand in diesem Jahr auf den Tag genau am Internationalen Frauentag (8. März) im Kulturzentrum in Rodange statt.
Wie zu jener Zeit, als der Basar als »Vietnam-Basar« ins Leben gerufen wurde, um den vietnamesischen Frauen und Kindern zu helfen, die unter dem Krieg der USA gegen das kleine Vietnam litten, stand auch der diesjährige Basar nicht nur im Zeichen der Rechte der Frau, sondern der Bemühungen der UFL, die Solidarität mit den Frauen und Kindern auf nationaler Ebene und in der Welt weiter zu entwickeln.

Die Generalsekretärin der UFL, Marie-Thérèse Friedgen, begrüßte alle Anwesenden recht herzlich, unter ihnen der Präsident der Kommunistischen Partei Luxemburgs (KPL), Ali Ruckert, der frühere kommunistische Abgeordnete Aloyse Bisdorff, Gilbert Simonelli als Vertreter der »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek«, eine starke Delegation des »Lëtzebuerger Rentner- an Invalidenverband« sowie Vertreter der »Stëmm vun der Strooss« aus Esch/Alzette und der »Association Thérapeutique Equestre« aus Monnerich.

Präsidentin Babette Ruckert ging in ihrer Ansprache auf die Geschichte des Internationalen Frauentages und die Rolle der Kommunistin Clara Zetkin im Kampf für die Rechte der Frau ein. Sie erinnerte daran, dass die UFL 1945 von kommunistischen Frauen gegründet wurde, die in der Resistenz aktiv waren oder aus den Konzentrationslagern und der Umsiedlung zurückkehrten, unter ihnen Claire Urbany, Irma Kill, Yvonne Useldinger, Maggy Moes und Maus Demuth. Am 8. März 1945 wurde der Internationale Frauentag erstmals in Luxemburg von der UFL begangen. Im Mittelpunkt standen damals der Kampf für den Frieden, gegen die Gefahr eines Atomkrieges, für die soziale Besserstellung der Arbeiterfamilien und die Gleichberechtigung der Frau. Als die USA dann Vietnam in die Steinzeit zurückbomben wollten, rief die UFL ihren Vietnambasar ins Leben, der dazu diente, Kinder und Mütter in Vietnam materiell zu unterstützen und einen Beitrag zum Bau eines Kinderkrankenhauses in Hanoi zu leisten.

Weiter befasste die Präsidentin der UFL sich mit den Problemen, vor die sich heute, angesichts der negativen Auswirkungen der kapitalistischen Finanz- und Wirtschaftskrise, Familien und Frauen, gestellt sehen. Angesichts von mehr als 13.000 Arbeitslosen und über 10.000 Kurzarbeitern sei es erfordert, die öffentlichen Gelder verstärkt für die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen und die Ausbildung der Jugend auszugeben, statt Hunderte Millionen Euro zu Ausrüstungszwecken zu verpulvern. Erfordert sei es zudem, alle Diskriminierungen, denen Frauen in der Arbeitswelt ausgesetzt sind, zu beseitigen und das Prinzip »Gleicher Lohn für gleiche Arbeit« in der Praxis durchzusetzen, da Frauen oft noch bis zu 15 Prozent weniger bezahlt werden als ihre männlichen Kollegen.

Die Präsidentin der UFL forderte die Regierung auf, den Schaffenden die Wahrheit über die Finanz- und Wirtschaftskrise zu sagen und das nicht erst nach den Wahlen vom 7. Juni. Sie gab ihrer Befürchtung Ausdruck, dass es dann zu Sozialabbau kommen werde.

Babette Ruckert erinnerte daran, dass die UFL parteipolitisch neutral sei, machte aber gleichzeitig darauf aufmerksam dass eine Reihe von UFL-Frauen zu den Parlamentswahlen kandieren werden, und rief die Frauen der UFL auf, diese Kandidatinnen, die sich für die politische Verwirklichung der Forderungen der UFL einsetzen, zu den Wahlen zu unterstützen.

Zum Abschluss rief Babette Ruckert die Frauen auf, sich solidarisch für ihre Rechte, für die Verteidigung der sozialen Errungenschaften und soziale Gerechtigkeit einzusetzen und erinnerte daran, dass die UFL zusammen mit anderen Frauenorganisationen am 20. März 2009 in Esch/Alzette eine Veranstaltung für die Rechte der Frau durchführt.

Noch auf dem Basar übte die UFL konkrete Solidarität, indem sie Paul Kremer von der Stëmm vun der Strooss« und Christiane Batz-Koch von der »Association Thérapeutique Equestre« aus Monnerich größere Geldbeiträge überreichte als Unterstützung für deren uneigennützige soziale Arbeit.

Dienstag 17. März 2009