Hochschulpolitik: Regierung sieht sich bestätigt

Externe Kommission stellt Uni gute bis befriedigende Zensuren aus

Zufrieden zeigten sich Forschungs- und Hochschulminister François Biltgen und Staatssekretärin Octavie Modert am Donnerstag mit den Ergebnissen einer von ihnen in Auftrag gegebenen und bezahlten »externen Evaluation der Universität Luxemburg«. Die Qualitätsprüfung wurde im vergangenen Jahr von einem siebenköpfigen Comité d‘évaluation externe durchgeführt, dem unter der Leitung von Páll Skulason, einem ehemaligen Rektor der Universität Island, Experten aus Frankreich, Belgien, Schottland und Norwegen angehören.

Lehre befriedigend

Wie Skulason erklärte, erhielten alle drei Fakultäten – die für Naturwissenschaften, Technologie und Kommunikation, die für Rechts-, Wirtschafts- und Finanzwissenschaften sowie die Fakultät für Sprachwissenschaften und Literatur, Geisteswissenschaften, Kunst und Erziehungswissenschaften – hinsichtlich der Lehre die Note B, was man in etwa mit »befriedigend« übersetzen könnte. – Die verwendete Notenskala reicht von AA (sehr gut) über A (gut) und B bis zu C (unbefriedigend). Die Qualität der Lehre, so Skulason, habe sich innerhalb kürzester Zeit gut entwickelt, jetzt komme es darauf an, die Ansätze möglichst schnell zu systematisieren und zu formalisieren.

Forschung: Vier Mal gut, zwei Mal befriedigend

Sechs der insgesamt sieben Forschungsschwerpunkte der Universität wurden bewertet, wobei vier Mal die Note A (für Lebenswissenschaften, Europäisches und Handelsrecht, Erziehungswissenschaften und Luxemburgstudien) und zwei Mal die Note B (für Informatiksicherheit und Finanzwissenschaften) vergeben wurde. Skulasons Erläuterungen zufolge sind die Forschungsaktivitäten der Uni sowohl quantitativ als auch qualitativ als gut zu bewerten und auch die Forschungsschwerpunkte seien gut gewählt. Doch leider ermangele es dem Prioritätskonzept an Klarheit. »Für die Entwicklung der Universität ist es von fundamentaler Wichtigkeit, daß das Konzept genauer definiert wird, damit die Evaluation der Schwerpunkte in einem strategischen Rahmen erfolgen kann.«

Auch die Organisations- und Leitungsstruktur der Universität wurde gelobt, insbesondere wurde begrüßt, daß ihr Conseil de gouvernance per Gesetz weitestgehend unabhängig von politischen Entscheidungsträgern agieren kann. Das Leitungsgremium wurde indes ermahnt, den nach Ansicht der ausländischen Experten »bisher noch nicht richtig funktionierenden« Conseil universitaire sowie den Comité de conseil scientifique besser einzubinden und zu beteiligen.

Ultimative Lobhudelei

Insgesamt wurde der Universität bescheinigt, »dynamisch, voller Leben, ambitioniert und verheißungsvoll« zu sein, zudem spiele sie »unzweifelhaft eine Schlüsselrolle für die Zukunft Luxemburgs« und leiste »einen wichtigen Beitrag für die soziale, politische und wirtschaftliche Entwicklung« des Landes.

Nach dieser ultimativen Lobhudelei befand auch Biltgen, die einzige Hochschule Luxemburgs habe sich als »kleine aber feine Uni« herausgebildet, was vor allem darauf zurückzuführen sei, daß die Regierung vor sechs Jahren das »richtige Gesetz« gemacht habe. Modert kündigte eine Verbesserung des Tutorats, der »studentischen Rahmenbedingungen« sowie der Transparenz und des internen Dialogs an.

oe

Oliver Wagner : Freitag 13. März 2009