Logwin fährt Verlust ein

Der noch bis April vergangenen Jahres als Thiel Logistik firmierende Logistikkonzern Logwin aus Grevenmacher hat 2008 einen deutlichen Nachfragerückgang hinnehmen müssen und bei einem Gesamtumsatz von rund 2,46 Milliarden Euro einen Nettoverlust von 100,9 Millionen Euro eingefahren. Vor allem der Bereich »Road & Rail« leide unter der Krise, hieß es am Mittwoch.

Während die Geschäftsbereiche »Solutions« und »Air & Ocean« mit 9,1 bzw. 23,3 Millionen Euro positive Ergebnisse erzielten, bekam »Road & Rail« die Auftragseinbrüche im vierten Quartal voll zu spüren und mußte einen Verlust von 2,4 Millionen Euro verbuchen. »Logwin ist deutlich hinter den wirtschaftlichen Zielen zurückgeblieben«, gestand Konzernchef Berndt-Michael Winter ein. Oberste Priorität hätten nun die Sicherung der Liquidität und der Abbau von Schulden.

Abbau, Kurzarbeit und Entlassungen

Was das für die Beschäftigten bedeutet, hat die Konzernführung bereits in den vergangenen Monaten deutlich gemacht, als Zeitarbeiter nicht weiterbeschäftigt, Mitarbeiter mit erheblichen Lohneinbußen auf Kurzarbeit gesetzt und andere kurzerhand entlassen wurden. Logwin hat derzeit knapp 8.500 Beschäftigte und ist in 44 Staaten vertreten. Wegen der dramatischen Rückgänge im Transport- und Logistikvolumen sei das Ziel für 2009 ein leicht positiver oder zumindest ausgeglichener Netto-Cashflow. 2008 betrug dieser 12,3 Millionen Euro.

Stefan Quandt erhöht Anteil auf 80 Prozent

Die schlechte Bilanz hielt den deutschen Multimilliardär Stefan Quandt freilich nicht davon ab, seinen Aktienanteil an Logwin nochmals deutlich zu erhöhen. Der Bruder von Susanne Klatten, die als die reichste Frau Deutschlands gilt, erhöhte den Anteil seiner Beteiligungsgesellschaft Delton von zuletzt 53,2 auf nunmehr 80,6 Prozent. Stefan Quandt hält auch 17,4 Prozent der Aktien des Autokonzerns BMW.

oe

Oliver Wagner : Donnerstag 12. März 2009