Parkplätze sind in Esch absolute Mangelware

Esch/Alzette – Wer in Esch bei der Suche nach einem Parkplatz fündig wird, kann sich, ohne zu übertreiben, als Glückpilz wähnen. Denn die Minettemetropole leidet an akutem Parkplatzmangel. Und dies sowohl tagsüber als auch während den Abendstunden. Ganz besonders schlimm ist die Situation notgedrungen im Stadtzentrum sowie im Quartier Brill. Dort sind freie Parklücken die absolute Ausnahme. Nur wer ausharrt, ... und mehrmals um die Häuserblöcke herumfährt, kann eventuell zum richtigen Augenblick am richtigen Ort sein und einen Parkplatz erhaschen. Auf sein Nervenkostüm, das beim erfolglosen Herumfahren mächtig strapaziert wird, darf man dabei keine Rücksicht nehmen. Vom Zeitverlust – bei vielen auch Einkommensverlust – gar nicht zu sprechen denn es gibt nun mal Berufe, bei denen man auf einen Wagen angewiesen ist.

Doch was tun? Die meisten Straßen in Esch sind zugestopft. Und zwar beidseitig. Hinzu kommen die zahlreichen Baustellen, die das Fahren (und Parken) in der Minettemetropole nicht erleichtern. Im Gegenteil. Einen größeren Auffangparkplatz, der neben den Anrainern auch den Besuchern aus anderen Ortschaften in Nähe des Geschäftsviertels ausreichend Stellplätze anbieten würde, gibt es im südwestlichen Teil der Stadt nicht. Es sei denn, man würde die »Place Terre Rouge« (in Nähe des Musikkonservatoriums) als solchen betrachten. Nur wenige Meter davon könnte allerdings ein solcher Auffangparkplatz – zumindest bis zur Fertigstellung des unterirdischen Parkhauses am Brillplatz – eingerichtet werden. Gemeint ist die Industriebrache auf »Terres Rouges«. Von dort aus könnte man sogar einen City-Bus bis zum Stadthausplatz und zu anderen wichtigen Einrichtungen der Stadt zirkulieren lassen.

Diese Möglichkeit, das Problem wenigstens vorübergehend abfedern zu können, haben wir schon mehrfach vorgeschlagen. Sie stieß jedoch stets auf taube Ohren. Also Augen und Ohren zu, ... und die immer unzumutbarer werdende Situation einfach in Kauf nehmen. Schließlich ist man ja nicht selbst davon betroffen.

Ob das Problem die Gemeindeautoritäten etwa deshalb nicht allzu zu sehr zu interessieren scheint? Weshalb eigentlich auch? Schließ­lich haben diese ja ihre reservierten Abstellplätze im unterirdischen Parkhaus am Gemeindeplatz. Was für die junge Ärztin nicht gilt, die zu einem Hausbesuch in die rue des Boers gerufen wurde, während Minuten mehrere Male um die Häuserblocks fuhr, keinen Parkplatz fand, sich deshalb (und womöglich entnervt) entschied, ihren Wagen einfach auf einen nicht geeigneten Platz abzustellen... und nach der Untersuchung des Patienten ein Knöllchen (gebührenpflichtige Verwarnung) unter dem Scheibenwischer ihres gesetzeswidrig geparkten Wagens vorfand.

Ja, ja, unsere »Pächerten«. Die auch kein Erbarmen mit einem »Falschparker« hatten, der seinen Wagen mit aktivierter Blinkanlage nur während wenigen Minuten abgestellt hatte, um seine zum Teil gehbehinderte Mutter kurz in deren Wohnung zu begleiten. Ein bisschen mehr Nachsicht wäre in beiden Fällen schon angebracht gewesen.

Bis das unterirdische Parkhaus am Brillplatz in zwei Jahren bezugsfähig sein wird, muss sich der zuständige Schöffe zur Entschärfung der Situation im Quartier Brill unbedingt etwas einfallen lassen. Im Interesse der Anrainer, der Besucher,... und nicht zuletzt im Interesse der dort ansässigen Geschäftswelt.

g.s.

Gilbert Simonelli : Sonnabend 7. März 2009