Premier verkündete Teil-Lockdown für Luxemburg :

 »Drei Wochen lang alle Kontakte ohne Maske einschränken« 

Nachdem die Spatzen es in den letzten Tagen von den Dächern pfiffen und die weiterhin hohen Infektions- und Opferzahlen keinen gegenteiligen Anlaß boten, wurde am Montag nun ein neuer Teil-Lockdown für Luxemburg verkündet. Der entsprechende Gesetzestext werde morgen von der Chamber verabschiedet werden und tritt am Donnerstag in Kraft.

Er sieht vor, daß zunächst einmal bis zum 15. Dezember über die bestehende, mehr schlecht als recht eingehaltenen, nächtlichen Ausgangssperre hinaus nun auch der Gastronomie-Sektor seine Türen außer für Lieferungen und Abholen wieder schließen muß. Zwar sei der Horesca-Sektor nicht per se ein Hotspot, doch biete die soziale Interaktion rund um Restaurant- und Café ein hohes Infektionsrisiko, genau wie der Weg zur Arbeit. Prinzipiell gelte des auch für den Arbeitsplatz, doch müsse hier das Funktionieren der Gesellschaft an erste Stelle gesetzt werden. Theater und Kinos müssen, sofern nicht noch immer geschlossen, ihre Türen ebenfalls wieder zumachen und Zuschauer beim Sport sind, nachdem der Re-Start etwa im Fußball erst komplett neu geordnet wurde, einweiteres Mal und nun wohl bis Jahresende verboten. Friseure oder Kosmetikstudios dürfen, wie Optiker, weiter Kunden empfangen und auch der Einzelhandel bleibt geöffnet. Kein Grund also, Klopapier und Nudeln zu horten.

Die Zahl der Kontakte, die eingeladen werden dürfen, wird von 4 auf 2 reduziert. Es sei nun der Moment, die Handbremse zu ziehen, erklärte Premier Bettel und appellierte einmal mehr an die Eigenverantwortung und Solidarität der Bevölkerung : »Es geht hier um drei Wochen verantwortliches Handeln, Kontakte reduzieren und auch um Solidarität mit den Menschen, die in den Krankenhäusern arbeiten« . Die auf hohem Niveau stagnierenden Infektionszahlen ließen nicht viel Spielraum für einen eventuellen neuen »Peak« um Weihnachten.

Der Anteil der positiven Tests unter der Gesamtzahl der Testungen liege bei über 5 Prozent und der Anteil der Infektionen bei über 65-jährigen liege bei 15 Prozent und mit mehr als 180 Corona-Patienten im Krankenhaus, davon über 40 auf Intensivstationen könne nicht lange ausgehalten werden. Die Hälfte aller Neuinfektionen könnten nicht mehr zurückverfolgt werden. Abertausende Quarantänen würden das Land quasi lähmen.

Es gelte nun, die Kontakte ohne Maske soweit wie möglich einzuschränken, erklärte Bettel. Die gesetzliche Vorgabe, daß ab 4 Personen Maskenpflicht bestehe, gelte auch für den Arbeitsplatz. Die baldige Einsatzmöglichkeit der Schnelltests sowie die steigende Hoffnung auf einen Impfstoff in absehbarer Zeit bieten Gesundheitsministerin Lenert zufolge einen gewissen Horizont.

Während daheim nur noch 2 zusätzliche Personen erlaubt sind, dürfen im Freien weiterhin Aktivitäten wie Wandern oder Joggen mit bis zu 4 Personen zusätzlich zum eigenen Haushalt unternommen werden.

Die Schulkantinen werden entsprechend der neuen Lage neue Regeln bekommen und der Schulsport kann weiter laufen. Mitte Dezember soll dann Bilanz gezogen werden. Auf Anmerkungen von Journalisten, daß die quasi eckungsgleichen Maßnahmen in Deutschland zu keiner Besserung geführt hätten, wollte Bettel nicht eingehen. Lenert wies indes auf die hierzulande seit Monaten gegenüber den Nachbarn wesentlich schärfere Maskenpflicht hin.

Beim Thema Impfzentren konnte Bettel lediglich darüber informieren, daß Planungen laufen und auch Standorte schon präzisiert worden seien.

CK

(Foto : Screenshot Pressekonferenz)

Christoph Kühnemund : lundi 23 novembre 2020