»TICE muss seiner Aufgabe auch in Krisenzeiten gerecht werden« 

Der Beschluss des Unterrichtsministeriums aufgrund der Hygienemaßnahmen in Zusammenhang mit der Covid-19-Pandemie den Schülertransport um 37 Busfahrten zu erweitern, führt beim TICE zu Einschränkungen bei den Linienfahrten. Auf fünf Buslinien wird zeitweise der Viertelstundentakt aufgegeben und auf den Halbstundentakt zurückgefahren, um Fahrer für Schülerfahrten freizustellen. Das Sicherheitsrisiko, bedingt durch die Coronaepidemie, wird also nur von einer Kategorie des öffentlichen Transports auf eine andere verlagert.

Für unsere Personalvertreter und Gewerkschafter kommt dies nicht überraschend. Seit Jahren beklagt das Syndikat Öffentliche Dienste des OGBL/Landesverband, dass der TICE mit einem viel zu knappen Fahrereffektiv funktioniert. Der Fahrbetrieb ist immer angewiesen auf ganze Schichten, die mittels Überstunden und Rückrufe aus den Ruhetagen geleistet werden. Probleme und Einschränkungen bei der Urlaubsvergabe sind beim TICE an der Tagesordnung und zu einer »never ending story« geworden. Auch gesetzlicher Urlaub und Überstunden, die auf dem »Compte épargne-temps« landen, verdecken nur den bestehenden Mangel und müssen irgendwann vergeben werden.

Es fehlt ganz einfach an Fahrern und auch an Material, d.h. an Bussen. Was in sogenannten normalen Zeiten schon nicht mehr normal funktioniert, ist in Krisenzeiten dann schon gar nicht mehr zu bewältigen und führt zu Ausfällen.
Dabei sollte doch gerade der öffentliche Dienst im Personentransport über genügend Mittel und Kapazitäten verfügen, um seinem gesellschaftlichen Auftrag gerecht zu werden.

Leider ist das derzeit nicht der Fall und dies geht sowohl auf Kosten des Dienstleistungsangebots aufgrund verminderter Fahrten als auch auf Kosten der Sicherheit von Fahrern und Nutzern (mangelnde Distanzierung und erhöhte Infektionsgefahren).

– Jahrelang wurde an den falschen Stellen gespart, nämlich beim Personaleffektiv und den Bussen. Heute, in Zeiten der Not, fehlen darum die benötigten Kapazitäten und Reserven.

– Es müssen Lehren daraus gezogen werden und es muss umgehend mit der Personalvertretung über kurzfristige Einstellungen verhandelt werden.

– Aufgrund der derzeitigen extremen Belastung der Fahrer droht auch nach der Coronakrise ein weiterer Engpass aufgrund wachsender Ausfälle, Urlaubsansprüche und sinkender Überstundenbereitschaft. Auch dies muss berücksichtigt und durch Verhandlungen über eine strukturelle Verstärkung des Personalbestands begegnet werden.

Mitgeteilt vom Syndikat

Öffentliche Dienste OGBL/Landesverband

(Foto : OGBL)

lundi 23 novembre 2020