Abänderung des Gesamtplans für Bauschuttdeponien im Differdinger Gemeinderat

KPL spricht von einem »Kniefall vor den Baulöwen«

In einem Brief an die Regierung hatten die Gemeinden Differdingen und Sanem am 7. Juli 2020 deutlich gemacht, dass sie sich einer Abänderung des Gesamtplans für Bauschuttdeponien, der durch großherzogliches Reglement vom 9. Januar 2006 für obligatorisch erklärt wurde, widersetzen werden, da vorgesehen ist, dass privatwirtschaftliche Interessenvertreter Standorte für Bauschuttdeponien vorschlagen können. Das erhöhe und ermutige den Druck auf den Grundbesitz, fördere die Spekulation und führte zu einer Vermischung von öffentlichen und privaten Interessen und zu noch größeren demokratischen Defiziten bei öffentlichen Genehmigungsprozeduren.

Stattdessen wird die Ausarbeitung eines Gesamtkonzepts, eine kohärente Planung auf Landesebene und kommunale Mitbestimmung gefordert.

Am gestrigen Mittwoch bekräftigte der Differdinger Gemeinderat seine Zustimmung zu den Kritiken und Vorschlägen, welche im Brief vom 7. Juli 2020 aufgeführt werden, wovon die Regierung in Kenntnis gesetzt werden soll.

Gemeinderat Ali Ruckert (KPL) bezeichnete die von der Regierung angestrebte Abänderung des Gesamtplans für Bauschuttdeponien als »Kniefall vor den Spekulanten und Baulöwen« den es zu verhindern gelte. Mit Bauschutt würden Unternehmen ohnehin schon heute dicke Profite machen.

In diesem Zusammenhang erinnerte der kommunistische Rat auch daran, dass auf der Schlackenhalde zwischen Differdingen und Sanem gleich sieben verschiedene Deponien zu finden sind, darunter eine Deponie von Industriemüll, die bis heute von ArcelorMittal illegal betrieben wird.

Zur Erinnerung: Bekanntlich liegen Anträge vor, um auf der Schlackenhalte zwei weitere Deponien einzurichten: Eine Bauschuttdeponie mit einem Fassungsvermögen von 6,7 Millionen Kubikmetern und eine Deponie für giftigen Industriemüll von 2,6 Millionen Kubikmetern und einer Lebensdauer von 40 (!) Jahren. Entstehen würde ein Müllberg mit einer Höhe von 56 Metern, der die Luftströme stark verändern und freie Luftbewegungen im Korntal zusätzlich einschränken würde.

658.000 Euro für eine Unterkunft für Wanderer: Viel zuteuer, sagt die KPL

Bei einer Enthaltung des kommunistischen Ratsmitglieds stimmte der Gemeinderat einem Kostenvoranschlag und Plänen zu, ein früheres Grubenarbeiter-Haus auf Nummer 82 am Saintignon-Platz in Lasauvage in eine Unterkunft für Wanderer umzubauen. Geschehen soll das im Rahmen der Gestaltung des Wandwegs »Red Rock Trail«, der zwölf Südgemeinden miteinander verbinden wird. In der Unterkunft sollen acht Wanderer Platz haben.

Der KPL fand die Idee ganz sympathisch, kritisierte aber, dass hier offenbar ein Prestigeobjekt geschaffen werden soll, weshalb 658.000 Euro ausgegeben werden sollen. Das sei deutlich so teuer, so der kommunistische Rat, der daran erinnerte, dass die KPL seinerzeit vorgeschlagen hatte, eine Unterkunft für Wanderer in dem früheren »Pastoueschhaus« in Lasauvage zu schaffen. das im Besitz der Gemeinde ist und in dem heute ein Hotel mit Restaurant untergebracht ist.

Nik.

Mittwoch 16. September 2020