Studieren in Zeiten der Pandemie

Studierenden, und allen, die es werden wollen, steht die ACEL in der Coronakrise mit Rat und Tat zur Seite

Auch wenn der Betrieb an vielen Universitäten allmählich wieder aufgenommen wird, sehen sich vor allem jene Studierende, die an einer Hochschule im Ausland eingeschrieben sind, in der Coronakrise vor große Probleme gestellt. Wer zum Beispiel in Britannien studiert, muß seit Freitag für zwei Wochen in Quarantäne, wenn er aus Luxemburg eingereist ist. Die Vorlage eines negativen COVID-19-Tests reicht nicht. Gleiches gilt seit dem 22. Juli auch bei Einreisen aus einem Risikogebiet in die Schweiz. In der Alpenrepublik muß man sich aber nur zehn Tage lang selbst isolieren. In Deutschland, wo rund 4.500 Studierende aus Luxemburg eingeschrieben sind, gelten in den einzelnen Bundesländern unterschiedliche Bestimmungen. Im Saarland besteht seit Mitte Juli ebenfalls eine 14-tägige Quarantänepflicht.

Zwar endet das Sommersemester dieser Tage, es finden aber noch Prüfungen statt. Es sei wichtig, sich vorher zu informieren, rät die Association des Cercles d’Etudiants Luxembourgeois, die den Studierenden, und allen, die es werden wollen, auch in der Coronakrise mit Rat und Tat zur Seite steht. Beispielsweise auf der Internetseite der ACEL www.acel.lu oder telefonisch bei ihrem Präsidenten Sven Bettendorf (20 60 84 84-1) oder Vizepräsident Benjamin Kinn (20 60 84 84-4).

Wie die beiden am Freitag auf einer Pressekonferenz im Gebäude der Salariatskammer erklärten, wartet die Studentenvereinigung, die in gut 40 Unistädten in Europa und Nordamerika über 10.000 Mitglieder hat, noch immer auf eine Antwort auf einen Brief an den deutschen Innenminister Seehofer. Die Zusammenarbeit mit dem hiesigen Hochschul- und Forschungs- sowie Außenministerium habe hingegen gut funktioniert, erklärte Bettendorf, der Chemieingenieurwesen in München studiert.

Die Hauptforderungen der ACEL – eine schnelle und unkomplizierte Unterstützung für Studierende, deren Finanzlage sich in und wegen der Pandemie zugespitzt hat, zum Beispiel weil Horesca-Betriebe schließen oder ihr Angebot einschränken mußten, sowie die Möglichkeit, ein zusätzliches Semester Studienbeihilfen beziehen zu können, wenn sich das Studium coronabedingt verlängert hat, Abschlußprüfungen nicht abgelegt werden konnten oder die Uni es nicht rechtzeitig geschafft hat, von Präsenzbetrieb auf digitale Lehre umzustellen – seien schon im Mai erfüllt worden: Wer einen im Gesetz bereits vorgesehenen sogenannten Härtefallantrag stellt und nachweisen kann, daß sein Einkommen coronabedingt derart gesunken ist, daß es nicht mehr für die laufenden Ausgaben reicht, erhält bis zu 1.000 Euro – die Hälfte als Sonderzahlung, die andere Hälfte als Kredit. Zur Verlängerung der Beihilfezahlung war Kinn zufolge eine Gesetzesänderung nötig, die heute in Kraft getreten ist.

Mindestens genauso wichtig war der Hinweis an Studierende mit Nebenjob: Gibt es einen, in der Regel befristeten, Arbeitsvertrag, dann darf der Patron die Lohnzahlung für die vereinbarten Arbeitsstunden (bei einem Studenten-CDD maximal 15 pro Woche) nicht nach eigenem Gutdünken – also einseitig – einstellen, betonte Kinn. Betroffene sollen sich an die ACEL wenden, die in schwierigen Fällen auf die juristische Expertise der Gewerkschaften und der Salariatskammer zurückgreifen könne.

oe

Pressekonferenz hinter Plexiglas: ACEL Präsident Sven Bettendorf (l.) und Vizepräsident Benjamin Kinn (Foto: ZLV)

Oliver Wagner : Freitag 31. Juli 2020