Rentenkompensationsfonds will Nachhaltigkeitsbericht vorlegen

In einem Brief an die Umweltorganisation Greenpeace teilte der Präsident des Rentenkompensationsfonds mit, der Fonds werde im dritten Quartal 2020 einen Nachhaltigkeitsbericht vorlegen. Dieser Bericht werde unter anderem eine detaillierte Analyse des Kohlenstoff-Fußabdrucks und der klimabedingten Risiken der Investitionen enthalten.

Greenpeace hatte im vergangenen Jahr darauf aufmerksam gemacht, dass der Rentenkompensationsfonds, der die Reserven der Rentenkasse verwaltet, im Jahr 2018 Aktien von 27 der 50 größten Konzerne, die für einen Großteil der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, gekauft hatte. Die Umweltorganisation hatte den Fonds aufgefordert, seine Investitionen in Unternehmen aus dem Bereich der fossilen Brennstoffe zu beenden.

Fast die gesamte Reserve in Aktien und Wertpapieren angelegt

Darüber hinaus gibt es allerdings ein grundsätzliches Problem, das die KPL wiederholt thematisierte. Und das besteht darin, dass der Fonds, der knapp 19 Milliarden Euro der Rentenkasse verwaltet, insgesamt 15,85 Milliarden Euro der Rentenreserve in Aktien und Wertpapieren angelegt hat, was alles andere als nachhaltig ist.

Gelder, die eigentlich den Lohnabhängigen und Rentnern gehören, in Aktien und Wertpapiere zu »investieren«, ist immer mit Risiken verbunden, da die Finanzmärkte äußerst volatil sind, insbesondere während eines konjunkturellen Abschwungs oder einer Krise, wenn Spekulanten schnell riesige Aktienpakete abstoßen und Kapitalgruppen und Rentenfonds versuchen, anderen Konzernen und Pensionsfonds an der Börse Profite abzujagen.

2018 hatte der Rentenkompensationsfonds, erstmals seit seiner Gründung Verluste in Höhe von 420 Millionen Euro einstecken müssen, und die gegenwärtige Coronakrise, der eine Wirtschaftskrise folgen wird, lässt in dieser Hinsicht nichts Gutes erahnen.
Aus Sicht der KPL sollte der Rentenkompensationsfonds jedenfalls nicht beim großen Monopoly-Spiel mitmachen, sondern zum Beispiel massiv in den Wohnungsbau investieren. 2016 beliefen sich die Immobilieninvestitionen des Fonds allerdings nur auf eine Milliarde Euro, rund 5,7 Prozent der Gesamtinvestitionen.

A.R.

Donnerstag 26. März 2020