Annahme verweigert

Deutschland lehnt chinesische Hilfsangebote ab

Als bislang einziges Land Europas nimmt Deutschland ein chinesisches Hilfsangebot im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie nicht an. Wie Chinas Präsident Xi Jinping mitteilt, habe er Bundeskanzlerin Angela Merkel mitgeteilt, die Volksrepublik sei bereit, »im Rahmen unserer Fähigkeiten Hilfe zu leisten«, sollte es »Bedarf« geben. Krisen in der öffentlichen Gesundheit seien »gemeinsame Herausforderungen für die Menschheit«; »Einheit und Zusammenarbeit« seien »die mächtigsten Waffen« gegen sie. Hintergrund ist, daß Deutschland der Staat mit den drittmeisten Infektionen in Europa ist – nach Italien und Spanien.

China hat in den vergangenen Tagen mehreren Staaten Europas, darunter Italien, Spanien, Frankreich, Griechenland, Tschechien und auch Luxemburg Hilfslieferungen zukommen lassen und teilweise auch Ärzteteams zu praktischer Unterstützung vor Ort entsandt. Berlin ignoriert das Hilfsangebot, obgleich in der Bundesrepublik eklatanter Mangel etwa an Atemschutzmasken herrscht; so beklagen mehr als 80 Prozent aller niedergelassenen Ärzte, nicht genügend Schutzkleidung beschaffen zu können. Gegen die deutsche Bundesregierung, die stets betont hatte, »gut vorbereitet« zu sein, werden schwere Vorwürfe wegen unterlassener Vorsorge laut.
Gesundheitsminister Jens Spahn hatte bereits Ende Januar und auch später immer wieder verlauten lassen, die Bundesregierung sei auf alle denkbaren Fälle »gut vorbereitet«. Dennoch hat sein Ministerium gegen den absehbaren Mangel an Schutzkleidung, vor dem die Weltgesundheitsorganisation WHO bereits am 7. Februar offiziell warnte, nichts unternommen. Dokumentiert ist der Fall eines Unternehmers, dessen Firma Atemschutzmasken und Schutzkleidung für Krankenhäuser herstellt. Der Mann hatte sich in mehreren Schreiben mit dem Hinweis auf den drohenden Mangel an das Gesundheitsministerium gewandt. Dabei bot er dem Ministerium an, trotz immenser globaler Nachfrage 1,5 Millionen Mundschutz- und 200.000 Atemmasken für deutsche Krankenhäuser zu reservieren, und versah sein Schreiben mit dem Hinweis: »Ich appelliere an Sie, unterschätzen Sie die Problematik dieses Virus nicht.« Der Unternehmer gibt an, keinerlei Antwort aus Berlin erhalten zu haben.

Deutsche Leitmedien denunzieren Chinas Hilfen als »Propagandakampagne« und werfen dem Land vor, »Verursacher der Pandemie« zu sein. So heißt es etwa in einer führenden deutschen Tageszeitung, »die mit großer Geste bereitgestellten Hilfen« seien lediglich »Teil einer Propagandakampagne«, mit der China davon ablenken wolle, daß es eigentlich »Verursacher der Krise« sei (»Frankfurter Allgemeine Zeitung« 18.03.2020). Unter dem Titel »Wie sich China in der Corona-Krise Einfluß in Europa sichert« heißt es im »Tagesspiegel« vom 19. März: »Das Bild des Verursachers der Pandemie soll nun durch das Bild des Retters ausgetauscht werden.«

Tatsächlich sind die zitierten Medienkommentare und die bisherige Weigerung Berlins, Hilfen aus China anzunehmen, Teil des großen globalen Kampfs um die Weltmacht, den die Bundesrepublik Deutschland auch in der Coronakrise nicht zurückstellt. Vielmehr bereitet die Bundesregierung ungeachtet der Krise zur Zeit Schritte vor, die dem Aufbau militärischer Bündnisse gegen China in Asien und in der Pazifikregion dienen.

GFP/ZLV

Chinesische Hilfssendung auf dem Flughafen Findel (Foto: Cargolux)

Dienstag 24. März 2020