Verhandlungsrunde bei Cactus blieb ohne Resultat
Keine Einigung in der Lohnfrage erzielt
Am gestrigen Montag fand vor der Zentrale der Supermarkt-Kette Cactus in Windhof eine Protestaktion der Gewerkschaften OGBL und LCGB statt, während anschließend in der Zentrale die Verhandlungen über die Erneuerung des Kollektivvertrags für mehr als 3.000 Beschäftigte fortgesetzt wurden.
Die Protestaktion war ein Erfolg, die Verhandlungsrunde weniger, denn sie wurde nach zweieinhalb Stunden harter Diskussionen abgebrochen, da in der Lohnfrage keine Einigung erzielt wurde.
In einigen Punkten kamen sich die Vertreter der Beschäftigten, die unter Federführung des OGBL verhandeln, und die Direktion der Einzelhandelskette näher, zum Beispiel was die Anerkennung der Lkw-Fahrer als qualifizierte Beschäftigte angeht.
Ein unterschiedliches Herangehen gab es, was die Auszahlung einer einmaligen Prämie für die Zeit der Verhandlungen angeht. Die Gewerkschaften fordern 540 Euro für die vergangenen anderthalb Jahre, Cactus will die einmalige Prämie aber auf ein Jahr und 320 Euro deckeln.
Allerdings fällt diese Prämie weit weniger ins Gewicht als die eigentlichen Lohnforderungen. Genau da aber bekamen die Gewerkschaftsvertreter wiederum keine Genugtuung.
Die Cactus-Direktion präsentierte ein Modell, das weit hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurückblieb und zudem an Bedingungen geknüpft ist, während die Gewerkschaften der Ansicht bleiben, dass eine Lohnanpassung von 29 Euro nicht weiter nur alle drei, sondern alle zwei Jahre erfolgen muß.
In den Augen der Beschäftigten, der Personalvertreter und der Gewerkschaften ist eine solche einheitliche Anpassung für alle eine angemessene Lohnerhöhung angesichts der hohen Gewinne, welche die Supermarktkette in den vergangenen Jahren machte, ohne dass die Beschäftigten gebührend an dem geschaffenen Mehrwert beteiligt wurden.
Das ist der Knackpunkt, der darüber entscheiden dürfte, ob es eine Einigung geben wird, oder ob die Verhandlungen an der Sturheit des Patronats scheitern werden.
Die Cactus-Direktion will den Gewerkschaften für Beginn nächster Woche eine schriftliche Note zukommen lassen, mit welcher sich die Tarifkommission des OGBL befassen dürfe, die am 30. Januar zusammentreten wird. Der früheste mögliche Zeitpunkt für eine Lösung im Konflikt um die Erneuerung des Kollektivvertrags dürfte allerdings die zweite Sitzung des nationalen Schlichtungsamtes am 27. Februar sein – vorausgesetzt, die Cactus-Direktion rückt von ihrer sturen Haltung ab.
Wir dürften nicht falsch liegen, wenn wir davon ausgehen, dass die Gewerkschaften bis dahin ihre berechtigten Lohnforderungen mit weiteren Aktionen untermauern werden.
A.R.
Der OGBL-Zentralsekretär für den Bereich Handel, David Angel, während seiner Ansprache
(Foto : ZLV)
: lundi 20 janvier 2020
