www.fraiheet.lu:

Dienstleistung zum Kirchenaustritt

Seit dem 12. Februar sind bereits an die 200 Personen mittels der auf www.fraiheet.lu angebotenen Dienstleistung aus der Kirche ausgetreten: Auf Deutsch und Französisch wird ein Formular angeboten, das ausgefüllt und unterschrieben an den Verein »Liberté de conscience« (Libco) geschickt wird, der die Weiterleitung ans Erzbistum übernimmt.

Damit werden allfällige bürokratische Schikanen für den Einzelnen nicht mehr spürbar – unter den bisherigen 200 sind etliche Leute, denen zuvor bereits mehrfach der Austrittsversuch nicht erfolgreich gelungen ist.
Die Organisatoren des Internetauftritts sind die 1989 gegründete Libco und das Internet-Diskussionsforum »sokrates.lu«. Beide wollen ihre Aktion weder als Angriff auf den Glauben noch auf die Gläubigen verstanden wissen. Es gehe einzig darum jenen zu helfen, die aus der katholischen Kirche austreten wollen, in die sie unfreiwillig mit der Kindstaufe gekommen sind. Dies unabhängig von den persönlichen Gründen für diesen Austritt – Gründe, die beim Austritt übrigens auch nicht anzugeben sind.

Austreten ist demnach eine persönliche Wahl. Wenn jedoch alle austreten, die nicht mit der katholischen Kirche einverstanden sind, so kann diese auch nicht mehr unter Hinweis auf 80% Vereinsmitglieder in der Landesbevölkerung ihre Privilegien rechtfertigen. Sinkt ihre Mitgliederrate auf ein realistisches Niveau, so wird eine Änderung der Verhältnisse leichter durchsetzbar.

Somit hat der Akt auch seine politische Seite jenseits der persönlichen.
Über die reine Dienstleistung hinaus bietet der Internetauftritt Informationen und ein Diskussionsforum.

jmj

Freitag 20. Februar 2009