1.300 Mitarbeiter auf Kurzarbeit gesetzt

Bei Goodyear »Tire-Plant« stehen während 5 Wochen die Maschinen still

Schon seit November wird bei Goodyear in verschiedenen Abteilungen kurzgearbeitet. Zuerst wurden die Sonntagschichten gestrichen, dann auch die Samstage, ... und zuletzt wurde nur noch an vier Tagen die Woche gearbeitet. Das Ende der Krise beim Reifenhersteller sei so früh nicht zu erwarten, hatten wir vor Wochen befürchtet. Und lagen dabei nicht falsch.

So mussten wir bereits am letzten Samstag ankündigen, der Konzern in Colmar-Berg beabsichtige, gewisse Betriebsabteilungen im März länger als eigentlich vorgesehen (eine Woche während der Osterferien und drei Wochen in den Sommerferien) stillzulegen.

Nun, es blieb nicht bei den angekündigten Zwangmaßnahmen. Es kam noch schlimmer. Denn im Werk »Tire-Plant«, dort wo die Reifen produziert werden, wird vorübergehend vom 20. Februar bis zum 31. März die Produktion völlig eingestellt. 1.300 Mitarbeiter werden davon betroffen sein. Sie werden zu Hause bleiben müssen, wie ihnen am Dienstag mitgeteilt wurde. Sie werden auf Kurzarbeit gesetzt und somit 20 Prozent weniger Lohn haben. Dem Konzern stehen wegen der Kurzarbeit allerdings keine Kosten an. Diese werden bekanntlich seit dem 1. Januar dieses Jahres vom Staat übernommen.

Während bei »Tire-Plant« die Produktion während sage und schreibe 5 Wochen völlig stillgelegt wird, werden in den anderen Betriebsabteilungen in Colmar-Berg die Mitarbeiter im kommenden »nur« an einzelnen Tagen zu Hause bleiben müssen. Von Kurzarbeit werden im März bei Goodyear somit im Ganzen um die 2.000 Mitarbeiter betroffen sein, wurde uns von Gewerkschaftsseite bestätigt. Ein Antrage dafür liege dem Konjunkturkomitee vor, das morgen tagen wird.

Dazu, was mit dem Personal geschehen wird, sollte die Flaute auch über den 1. April hinaus anhalten, wollte sich uns gegenüber keiner äußern. Währenddessen kündigte der US-Reifenkonzern in seiner Bilanzpressekonferenz gestern in Cleveland den Beschluss an, weltweit 5.000 Jobs (7% der Gesamtbelegschaft) streichen zu wollen. Die Reifenverkäufe seien im letzten Jahr um 19 Prozent zurückgegangen.
Schon im vergangenen Jahr hatte das in Akron im US-Staat Ohio ansässige Unternehmen 4.000 Arbeitsplätze abgebaut.

g.s.

Gilbert Simonelli : Donnerstag 19. Februar 2009