Weltunion der Freidenker:

Migration wird gemacht, weil‘s für Gewisse ein Geschäft ist

In der Jugendherberge Esch/Alzette, die sich als angenehmer Tagungsort erwies, fand letzten Samstag der Kongreß der Weltunion der Freidenker zum Thema »Migration und Laizität« statt.

Was will die Weltunion der Freidenker?

»Die Weltanschauung der Freidenker beruht auf den Grundsätzen der objektiven Erkenntnis, des befreienden Gebrauchs der Vernunft, einer friedlichen, konstruktiven Wissenschaft, der Philosophie, des eigenständigen Gebrauchs des Verstandes und der Suche nach Wahrheit.

Die Weltanschauung der Freidenker bekennt sich zum Laizismus, zur Demokratie, zum sozialen Fortschritt und zur progressiven Weiterentwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse.

Die Freidenkerbewegung tritt für Frieden und Abrüstung ein und kämpft gegen Kriege, Militarismus, Kolonialismus und Kriegspropaganda. Sie verteidigt die souveräne Gleichheit aller Länder, fordert das Ende von Unterentwicklung und Unterdrückung und den Aufbau gleichberechtigter, partnerschaftlicher Beziehungen, sie fördert die Völkerverständigung und internationale Solidarität und verteidigt das Völkerrecht.
Die Freidenkerbewegung fordert für alle Menschen, ungeachtet des Geschlechts, der ethnischen Herkunft und Klassenzugehörigkeit sowie des weltanschaulichen oder religiösen Bekenntnisses und ungeachtet der Zugehörigkeit zu einer politischen Partei das Recht auf ein Leben ohne Diskriminierung, auf Gerechtigkeit, auf soziale Sicherheit und Arbeit sowie auf unentgeltliche Bildung und Gesundheitsfürsorge für alle. (...)
Die Freidenkerbewegung tritt für die umfassende Verwirklichung der sozialen und staatsbürgerlichen Menschenrechte ein, besteht auf ihrer Universalität, Unteilbarkeit und gleichen Geltung für alle Menschen.

Die Weltanschauung der Freidenker anerkennt keine Dogmen religiöser, politischer, gesellschaftlicher oder nationaler Natur, sie verteidigt die Vernunft gegen weltlichen und religiösen Irrationalismus. Sie verneint die Überlegenheit oder Vorherrschaft einer menschlichen Gemeinschaft, eines politischen oder gesellschaftlichen Systems, einer Weltanschauung oder eines Individuums über andere. Sie verwirft und bekämpft jeden auf Einzelne, auf Gruppierungen, Gemeinschaften und Nationen ausgeübten Zwang in Bezug auf alle Bereiche des Denkens; sie fordert für jedermann das Recht, die Art seiner Lebensführung selber zu wählen, dies im Rahmen der Achtung vor dem Leben und der Würde der menschlichen Person.«

Das vielschichtige Migrations-Problem

So steht es in den Statuten auf www.libres-penseurs.net und daran orientierte sich auch der Gedankenaustausch beim Kongreß. Denn wären diese Prinzipien verwirklicht, bräuchte niemand seine Heimat zu verlassen aus Hunger und Not, als Folge von Überausbeutung oder Krieg. Das Problem der Migration gäbe es schlicht und ergreifend nicht.

Nun gibt es dieses Problem aber heute unbestreitbar, wobei es überall zu einer tiefen Spaltung der Bevölkerung geführt hat. Wollen die einen die totale Abschottung, verlangen andere die Beseitigung aller Grenzen. Die Interessen hinter dem wie auch die Ursachen, die zu Migration führen, bleiben meist verborgen.

Das obwohl aus Davos die Botschaft kam, Migration sei von Vorteil, weil das zu einem größeren Druck am Arbeitsplatz führt. Schon 2013 gab es ein Papier, das erklärte, warum Migration gut fürs Geschäft ist. Ein international vagabundierendes Lumpenproletariat soll dorthin, wo es dem Kapital die größten Profite bringt!
Prompt empfahlen im Juni 2018 die »Wirtschaftsweisen« in der BRD ihrer Regierung, den Mindestlohn aufzuweichen »um Flüchtlinge zu integrieren«. Im November 2018 legte der »Arbeitgeberpräsident« nach mit der Forderung, Ungelernte zu importieren, um die Löhne zu drücken. Deutlicher können Kapitalvertreter gar nicht werden! Obwohl das in aller Öffentlichkeit gesagt wurde, hat sich das nicht im Gedächtnis vieler festgesetzt.

Dafür findet sich dort eine regelrechte Sprachverwirrung um die Begriffe Flüchtlinge, Asylanten und Einwanderer, wobei die eigentlich nötige Unterscheidung im Interesse politisch Verfolgter und Kriegsopfer unterbleibt.

Das Recht auf Asyl steht politisch Verfolgten zu, wird aber immer mehr aufgeweicht u.a. mit den Listen sogenannt sicherer Drittstaaten.

Laut der Genfer Flüchtlingskonvention von 1951 haben Bürgerkriegsflüchtlinge ein Recht auf temporären Schutz.

Einwanderer sind Migranten aus Not auf der Suche nach einem besseren Leben.
In allen Fällen findet Ursachenbekämpfung nur in Sonntagsreden statt. Ansonsten gibt es eine regelrechte Förderung der Ursachen, was dazu führt, daß sich Leute aus den drei Kategorien auf den Weg machen.

Da sind die Kriege der USA und ihrer willigen Helfershelfer in Afghanistan, im Irak, in Libyen, im Jemen, in Syrien usw. Besonders infam sind die Wirtschaftssanktionen gegen Syrien und die Reduzierung der UNO-Flüchtlingshilfe, die über das Aushungern der Menschen diese vor der großen Welle erst Richtung Europa in Bewegung gesetzt hat. Ebenso infam sind die Waffenlieferungen nach Saudi-Arabien, mit denen im Jemen gemordet wird.

Migration geschieht nicht freiwillig, sondern aus schierer Not und hat katastrophale Folgen für die Herkunftsländer. Die Arbeitsmigration schadet allen außer den Kapitalbesitzern in den industrialisierten Ländern – und genau deswegen verschärft der Westen die Fluchtursachen.

Die beim Kongreß gehaltenen Vorträge werden demnächst auf der bereits zuvor genannten Internetseite in Deutsch und Französisch veröffentlicht. Ihr Studium empfiehlt sich für alle, die nicht dabei waren beim Kongreß.

jmj

Dienstag 17. September 2019