Miese Bilanzen großer Banken

Die Finanzkrise hat die internationale Bankenwelt fest im Griff. Gewinneinbrüche und sogar tiefrote Zahlen mußten viele internationale Banken in den vergangenen Wochen melden, einige konnten der Krise aber auch trotzen.

– Die einst größte US-Bank Citigroup weist einen Rekordverlust von 18,72 Milliarden Dollar für 2008 aus.

– Die Bank of Amerika muß im vierten Quartal ein Minus von 2,39 Milliarden Dollar hinnehmen. Im Gesamtjahr erzielt sie ein Plus von 2,56 Milliarden Dollar nach 14,80 Milliarden Dollar 2007. Die von ihr übernommene Investmentbank Merrill Lynch weist allein im vierten Quartal ein Minus von rund 15 Milliarden Dollar aus.

– JPMorgan Chase erzielt 2008 einen Profit von 5,6 Milliarden Dollar. Das ist allerdings ein Einbruch von 63,6 Prozent im Vergleich zu dem Rekordergebnis von 15,4 Milliarden Dollar im Jahr 2007.

– Morgan Stanley erwirtschaftet im vierten Quartal 2008 einen Verlust von 2,37 Milliarden Dollar. Im Gesamtjahr verbucht die Bank aber noch einen Gewinn von 1,59 Milliarden Dollar.

– Goldman Sachs weist mit einem Minus von 2,29 Milliarden Dollar Ende 2008 zum ersten Mal seit ihrem Börsengang 1999 einen Quartalverlust aus. Im Gesamtjahr schreibt die Bank mit einem Gewinn von 2,04 Milliarden Dollar schwarze Zahlen.

– Die UBS fährt 2008 mit fast 20 Milliarden Franken (13,5 Milliarden Euro) den größten Verlust in der Firmengeschichte ein.
– Credit Suisse weist mit 8,218 Milliarden Franken ebenfalls einen Rekordverlust für 2008 aus.

– Die Deutsche Bank weist für 2008 einen Verlust von 5,7 Milliarden Euro vor Steuern aus. Nach Steuern ergibt sich für das größte deutsche Geldinstitut ein Minus von 3,9 Milliarden Euro.

– Die Commerzbank erzielt nach Steuern einen Gewinn von 3 Millionen Euro. Operativ verzeichnet das zweitgrößte deutsche Institut aber einen Verlust von 378 Millionen Euro.

– Die Barclays Bank erzielt einen Jahresgewinn von 4,38 Milliarden Pfund (5,0 Milliarden Euro). Das ist nur ein Prozent weniger als 2007.
– Die teilverstaatlichte Royal Bank of Scotland schockiert mit einem Verlust von 28 Milliarden Pfund für 2008. Es ist der höchste Verlust, den je ein britisches Unternehmen ausgewiesen hat.

– Die BNP Paribas rechnet infolge der Finanzkrise für das vierte Quartal mit einem Verlust von 1,4 Milliarden Euro. Für das gesamte Geschäftsjahr 2008 erwartet das Institut aber einen Gewinn nach Steuern von 3 Milliarden Euro.

– Konkurrent Société Générale verdoppelt 2008 trotz Finanzmarktkrise den Nettogewinn. Das Jahresergebnis wächst auf 2,01 Milliarden Euro gegenüber 947 Millionen Euro im Vorjahr.

Donnerstag 19. Februar 2009