Brasserie Nationale trotzt der Krise

Marke Bofferding behauptet sich, Battin entwickelt sich prächtig

Trotz gestiegener Energie- und Verpackungskosten konnte die Brasserie Nationale am Dienstag ein »positives Jahr für unsere Gruppe« melden. Der Gewinn vor Steuern erreichte fast 4,2 Millionen Euro (4.181.000 Euro), was einer Steigerung um 9,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In Luxemburg, wo 2008 247.000 Hektoliter Bier getrunken wurden, konnte die Marktführerschaft weiter ausgebaut werden. So entfielen 105.000 Hektoliter auf die Marke Bofferding, die sich damit behaupten konnte, und 25.000 Hektoliter auf die Marke Battin, die damit gegenüber dem Vorjahr weiter zulegen konnte und nun Platz 3 belegt. Hingegen setzte die Wiltzer Brasserie Simon mit 16.000 Hektolitern etwas weniger Bier ab und die zur weltgrößten Brauereigruppe Anheuser-Busch InBev gehörende Brasserie de Luxembourg konnte 2008 nur noch 83.000 Hektoliter »Diekirch« und nur noch 18.000 Hektoliter »Mousel« absetzen.

Weitere Investitionen angekündigt

Der Umsatz der Brasserie Nationale lag 2008 bei 10,9 Millionen Euro, der Gewinn vor Steuern erreichte 3,2 Millionen Euro. Dank langfristiger Lieferverträge für Hopfen und Malz sei es gelungen, die gestiegenen Elektrizitäts- und Verpackungskosten zumindest teilweise auszugleichen, was es wiederum ermöglicht habe, die Verkaufspreise nur moderat um vier bis fünf Prozent zu erhöhen. Der Umsatz ihres 100-prozentigen Tochterunternehmens Munhowen erreichte 2008 59,3 Millionen Euro (ohne Tabak), der Vorsteuergewinn des Getränkegroßhändlers kletterte um fast 27 Prozent auf 965.000 Euro.

Um die hohe Qualität der Marken Bofferding und Battin abzusichern, wurde ein 3,65 Millionen Euro schweres Investitionsprogramm lanciert, mit dem laut Generaldirektor Frédéric de Radiguès bis Mitte dieses Jahres vor allem die Zufuhr und die Verteilung des Brauwassers verbessert werden soll. Etwa eine Million Euro werde in die Gebäude und 2,65 Millionen Euro würden in Anlagen investiert. Zudem soll noch in diesem Jahr jeder Lkw der Brauerei mit einem Informatiksystem ausgestattet werden, das die Logistik erheblich vereinfache.

Die von Peter Wagner geleitete Brauerei in Bascharage produziert etwa 6.000 Hektoliter Bier pro Mitarbeiter und Jahr, was im Vergleich zu der europäischen Konkurrenz ein Rekordwert sei. Die Beschäftigtenzahl der Brasserie Nationale lag Ende 2008 unverändert bei 26, während Munhowen mit nun 212 Mitarbeitern im vergangenen Jahr »acht freiwillige Abgänge verzeichnet« habe.

»Die in den beiden vergangenen Jahren vorgenommenen Anstrengungen und Umstrukturierungen tragen erste Früchte«, freute sich de Radiguès. »Unser Markt ist unbestritten die Großregion, wo wir gut aufgestellt sind, unsere Verkäufe in den vergangenen vier Jahren um 77 Prozent steigern konnten und wo wir weiter wachsen wollen.« – Wobei sich der Generaldirektor damit offenbar nicht auf den deutschen Teil der Großregion bezog, sondern neben Luxemburg, wo 2008 83 Prozent der Verkäufe gemacht wurden, auf die französische Region Lothringen und auf den französischsprachigen Teil Belgiens, wo zusammen die übrigen 17 Prozent der Verkäufe realisiert wurden.

Der deutsche Markt sei mit 1.300 Brauereien, die mehr als 6.000 Biermarken anbieten, »sehr kompliziert«. Au-ßerdem seien in Deutschland kaum Profite zu machen. Umgekehrt seien aber deutsche Brauereien durchaus am luxemburgischen Markt interessiert, doch hätten entsprechende Anstrengungen bisher kaum Erfolg gehabt. Ende 2008 belieferte die Brasserie Nationale 1.487 luxembur- gische Cafés, Restaurants und Hotels (+43) und 572 in Belgien und Frankreich (+89).

oe

Oliver Wagner : Mittwoch 18. Februar 2009