Unesco-Programm »Man and Biosphere«:

Die Südregion bewirbt sich

Gestern wurde im Centre d’accueil Ellergronn in Esch/Alzette das Vorhaben von Regierung und Pro-Sud vorgestellt, mit dem die Zertifizierung als Biosphärenreservat für das Minette erreicht werden soll.

Bereits seit einigen Monaten seien 5 Arbeitsgruppen dabei, die entsprechende Bewerbungspräsentation vorzubereiten, hieß es. Inhalte darunter sind etwa territoriale Festlegung der einzelnen Zonen, nachhaltiger Tourismus, die Konversion industrieller Brachen oder die Entwicklung und Promotion lokaler Produkte. Das Projekt solle auch im Kontext der Kulturhauptstadt Esch/Alzette 2022 zu verstehen sein, so der Differdinger Bürgermeister Roberto Traversini.

Die Kandidatur werde bis zum kommenden Juni fertig gestellt und dann »hoffentlich einstimmig. das wäre ein starkes Signal« (Traversini) von den 11 Gemeinderäten der Südregion abgesegnet werden, bevor sie Ende September 2019 bei der Unesco in Paris eingereicht werde. Eine Antwort, ob positiv oder negativ, sei dann etwas mehr als einem Jahr, etwa im Frühjahr 2020, zu rechnen.

Besonders am Herzen lägen den Organisatoren die 11 Bürger-Informationsabende in den einzelnen Pro-Sud-Gemeinden, auf denen die Gemeinden Ideen der Einwohner sammeln sollen, um diese dann mit in die Bewerbung einfließen zu lassen. So soll die Bevölkerung nicht nur aktiv an der Bewerbung beteiligt werden, sondern auch lernen, welchen Schatz der Industriekultur man vor der eigenen Haustüre habe.

Unterstützt wird das Projekt von den Ministerien für Kultur und für Energie und Raumentwicklung, deren Minister Sam Tanson und Claude Turmes (beide déi gréng) bei der Vorstellung am Dienstagnachmittag anwesend waren.

»Man and Biosphere« (MAB)

Das Anliegen des »Man and Biosphere«-Programmes ist es, in Biosphärenreservaten, wie es sie bereits im benachbarten Saarland (Bliesgau), im Schwarzwald, an der Nordsee, im Harz oder auch in den Niederlanden gibt, die wirtschaftliche Entwicklung und den Schutz der Natur in Einklang zu bringen. Es gehe darum, heißt es in der Erklärung, Biodiversität und Ökosysteme zu erhalten und zu erforschen, jedoch auch die nachhaltige Entwicklung nicht aus den Augen zu verlieren, die der ganzen Regionen dienen soll. Es handele sich mitnichten schlicht um »noch ein Naturschutzgebiet«. Aktuell gibt es 669 Unesco-Biosphärenreservate in 120 Ländern.

Weitere Informationen zur Bewerbung, die durch eine »Enveloppe« von rund 650.000 Euro, durch Staat und Gemeinden bezahlt, finanziert werden soll, gibt es unter www.prosud.lu. In den nächsten Wochen wird auch ein kurzer Werbespot im Fernsehen gezeigt werden. Auch die Termine der erwähnten Bürgerabende sind dort einsehbar.

CK

Dienstag 5. Februar 2019