Bilanz 2018:

Wer kommt warum ins Land?

Es ist keine Überraschung, wenn 2018 für Menschen aus allen 28 EU-Mitgliedsländern und den vier gleichgestellten Staaten Island, Liechtenstein, Norwegen und Schweiz 17.099 Bestätigungen der ordnungsgemäßen erstmaligen Anmeldung im Land ausgestellt wurden. Sie sind halt im Rahmen der freien Zirkulation von Personen innerhalb der EU gekommen, wobei die einzige Bedingung ist, sich selbst erhalten zu können.

Wissend, daß es am 1.1.2018 laut Statec 244.400 EU-Bürger im Land gab, ist es auch keine Überraschung, wenn davon 6.804 eine Daueraufenthaltsgenehmigung erhielten nach einer fünfjährigen Aufenthaltsdauer. Es sei denn, daß es deren nicht mehr waren 2018, schließlich waren es im Jahr davor 11.521 und 2016 immer noch 10.025.
Das deutet auf verstärkten Durchzug hin und auf kürzer gewordene Aufenthaltszeiten, und das ist grottenschlecht für den sozialen Zusammenhalt im Land. Denn wer von vornherein weiß nur kurz da zu sein, engagiert sich nicht in Vereinen und schon gar nicht in politischen Organisationen.

Asien vor USA

Es sind aber nicht nur Menschen aus den obigen 32 Ländern nach Luxemburg gekommen, sondern auch aus anderen, die als »Drittstaaten« bezeichnet werden. An solche wurden 6.174 erstmalige Aufenthaltsgenehmigungen ausgestellt, und da sind die 1.586 nicht mit erfaßt, die ihren Aufenthaltstitel als Familienmitglied eines EU-Bürgers erhielten. Von den 43.800 Drittstaatlern, die am 1.1.2018 im Land waren, erhielten nur 539 die Langzeitaufenthaltsgenehmigung. 6.975 Aufenthaltstitel wurden erneuert und 293 ersetzt.

Was die wenigsten vermuten werden ist, daß bei den erstmaligen Aufenthaltsgenehmigungen Menschen aus Indien vor solchen aus der Volksrepublik China, den USA und Syrien an der Spitze liegen. Die Syrer sind auf Platz vier gerutscht, weil an 1.083 anerkannte Flüchtlinge auch eine Aufenthaltsgenehmigung ausgestellt wird. Und in der Kategorie liegen sie vorne (389). Auf Platz 2 folgt Eritrea (308) vor dem Irak (203). Das ist Ausdruck des Fluchs der bösen westlichen Tat! Bei jenen 103, die zwar das Flüchtlingsstatut nicht erhielten, aber ersatzweise geschützt wurden, führen 57 aus Afghani­stan vor 16 aus dem Irak und 12 aus Eritrea.

Werden alle Aufenthaltstitel zusammengenommen, also einschließlich Langzeittitel und Erneuerung, ersetzt Montenegro die USA auf Platz 3, während die beiden ersten Plätze gleich bleiben. Dies weil bei den neuen Langzeittiteln die Montenegriner mit 96 die erste Nationalität stellen vor der Volksrepublik China (81) und Serbien (44).

Warum sie kommen

Drittstaatler können nicht einfach so kommen, sie haben einen Grund zu liefern, der zu einem Paragraphen paßt. Der nobelste im real existierenden Kapitalismus ist da der Inve­stor, zweifelsfrei. Deren gibt es tatsächlich 4 – und die kommen alle aus der Volksrepublik China!

Mit der blauen EU-Karte dürfen 511 schlaue Köpfe rein. Platz 1 wird von 136 Indern eingenommen vor 64 aus den USA und 58 aus der Volksrepublik China.
Als Forscher kamen 63, davon 18 Volkschinesen, 15 Inder und 5 Türken. Alles irgendwie unerwartet, oder?

Weiter geht es mit innerhalb einer Betriebsgruppe entsandten Experten oder Führungspersonal im Bereich der Informationstechnologie. Von 235 Leuten entfallen gleich 125 auf Indien, 47 auf die Volksrepublik China und nur 34 auf die USA. Im selben Feld wurden 13 normale Angestellte entsandt in einer Firmengruppe. Je 6 kamen aus der Volksrepublik China und aus Malaysia, einer aus Mexiko.

Nur in zwei Kategorien führt die USA. Dies als Sportler und Trainer (das hat vor allem mit Basketball zu tun) von 46 insgesamt mit 32 vor 3 aus Serbien und 2 aus Brasilien. Als Schüler (in Differdingen wissen sie warum) sind von 184 ganze 178 aus den USA, 5 aus der Volksrepublik China und einer aus Taiwan.

Von 348 Uni-Studierenden sind 45 aus der Volksrepublik China, 40 aus Indien und 24 aus Nepal.

Von 39 Freischaffenden sind 7 aus Indien, 6 aus der Volksrepublik China und 4 aus Tunesien.

Von 1.219 lohnabhängig Beschäftigten sind 128 aus Indien, 126 aus der Volksrepublik China und 79 von Maurit­ius. Gerade letzteres darf verwundern.

Von 32 in einem Stage kommen 7 aus Indien, 4 aus Marokko und 3 aus der Volksrepublik China.

Von 36 entsandten Arbeitskräften kommen 22 aus Indien, 9 aus der Türkei und 3 aus den USA.

Ganze 2 sind in einem Freiwilligendienst da gewesen, und zwar je einer aus Brasilien und einer aus Bjelorussland. »Au pair« waren immerhin 111, und da führen 33 von den Philippinen vor 8 aus dem Kamerun und 6 aus Kolumbien.

Beim Privatleben greifen gleich 7 Paragraphen. 1 war da um Arbeit zu suchen oder einen Betrieb zu gründen, 88 hatten genug Mittel, 9 einen selbständigen Titel, 146 Beziehungen zu Familie oder einer Person, 21 wuren aus humanitären Gründen geduldet, 6 waren Opfer von Menschenhandel und einer zur medizinischen Behandlung da. Aus allen diesen sind die drei führenden Nationalitäten folgende: 29 Volksrepublik China, 27 Albanien, 26 Russische Föderation.

Nicht nur Luxemburger suchen neuerdings ihren Wohnsitz jenseits der Grenzen. Die Zahl der Arbeitsgenehmigungen für Drittstaatler, die in einem anderen EU-Land wohnen, nimmt von Jahr zu Jahr zu, auch wenn es noch nicht richtig viele sind. 2018 waren es 158, 2017 110 und 2016 95.

jmj

Dienstag 5. Februar 2019