Ab 1. März bitte ebenfalls weiträumig umfahren:

Place Dargent in Eich nächste Großbaustelle

Es gibt wenig gute Nahrichten von der Verkehrsfront in der staugeplagten Hauptstadt. Beim gestrigen Pressefrühstück kam eine weitere schlechte Nachricht hinzu. Am 1. März beginnen für 325 Arbeitstage größere Infrastrukturarbeiten auf der Eicher Place Dargent, einem der Stauzentren dieser Stadt zu den Zeiten der Verkehrsspitzen morgens und abends. Es wird also noch härter als bisher und der gute Rat, den Platz weiträumig zu umfahren wird zur Quadratur des Kreises. Immerhin führt zur Zeit noch eine der Umfahrungsrouten des noch chaotischeren Kreisverkehrs »Irrgarten« über Eich . . .

Am Dienstag, 5. Februar um 18.30 Uhr gibt es für die Anrainer der Katastrophe eine Informationsveranstaltung im Beggener Festsaal (26B, rue de Rochefort).

Gratis umsteigen

Aber gut, ab 1. März 2020 wird dann die Benutzung des öffentlichen Verkehrs gratis, natürlich auch beim städtischen Busdienst AVL, der 2018 40 Millionen Passagierfahrten bewältigt hat. Die 409 Busfahrer haben da keinen leichten Job, denn es gibt immer längere Busse und immer mehr Ecken, Kurven und Kreuzungen in der Stadt, um die sie nur kommen, wenn sie verständnisvolle Auto-Lenkraddreher finden, die ihnen erlauben, die Gegenspur mitzubenutzen. So viel zur vom Schöffenrat versprochenen Qualität, die weiterhin hochgehalten werde.

Die heutigen 21 Kontrolleure des AVL werden übrigens weiter kontrollieren, und zwar ob sich die Leute im Bus benehmen, für Schwangere und Ältere aufstehen und die Füße nicht auf den gegenüberliegenden Sitz legen. Das Benehmen in den Bussen müsse besser werden, findet die Bürgermeisterin. Ob sie dann auch mal mitfährt? Der Schreiber dieser Zeilen fährt jedenfalls lieber Fahrrad, denn das ist schneller als jeder Bus, vor allem weil mit der Tram die Umsteigevorgänge multipliziert werden.

Das findet die Bürgermeisterin, die meistens im schwarzen Audi der Stadt mit Chauffeur am Weg ist, übrigens toll. Die Stadt werde da entlastet von den RGTR-Bussen, die jetzt nur mehr bis zur Place de l‘Etoile oder zu den Foire-Hallen fahren. Und Immobilitätsschöffe Goldschmidt polemisierte tatsächlich erneut gegen »leer durch die Stadt fahrende Busse«, als ob außerhalb der Spitzenzeiten die AVL-Busse und die Tram nicht auch ziemlich leer fahren würden. Zu Spitzenzeiten ist überall voll!

Wir sind uns sicher, die RGTR-Passagiere sind nicht so begeistert über die aufgezwungene Umsteigerei, schon gar nicht bei Schnee und Regen. Denn weder bei der Foire noch auf der Place de l‘Etoile und übrigens auch nicht bei der Roten Brücke gibt es eine Überdachung des »multimodalen Pols«. War da von Qualität die Rede? Aber wer gezwungen wird, hat nicht die Wahl. Leider machen fast alle nur die Faust in der Tasche.

Die heutigen Fahrkarten- und Aboverkäufer des AVL dürfen sich übrigens freuen: sie werden künftig zu Beratern der ehrenwerten Kundschaft. Die Info-Box wird größer und schöner als jemals zuvor auf den Hamilius zurückkommen, versprach Schöffe Goldschmidt.

Termine und Lügenpropaganda

Für die Wahl zum EU-Parlament (und daraus wird keine »europäische Wahl«, auch wenn das noch so oft behauptet wird, denn sie findet weder in Moskau noch in Bern oder Belgrad statt) kann sich bis 28.2.2019 um 17 Uhr in die Wählerlisten eingetragen werden (und wenn Ihre Gemeindeverwaltung länger offenhält an diesem Montag, bis zu deren Dienstschluß). Das hauptstädtische Bierger-Center öffnet ganz speziell nur fürs Einschreiben auf der Wählerliste am Samstag, 9. Februar von 9 bis 14 Uhr.

Ohne weitere Begründung kann die Briefwahl beim Schöffenrat der Wohnsitzgemeinde angefragt werden. Die Anfrage darf frühestens am 3. März bei diesem eintreffen. Wenn die Wahlunterlagen an eine Adresse im Ausland gehen sollen, muß die Anfrage spätestens am 16. April einlangen. Gehen die Unterlagen an eine Adresse in Luxemburg, muß die Anfrage späte­stens am 2. Mai eingehen.

Einschreiben und die Briefwahl anfragen geht auch über »MyGuichet.lu«.
Wer Lust auf Propagandalügen hat (z.B. die EU ist ein Friedensprojekt, weswegen eine Rüstungsagentur, eine Interventionsarmee und am besten überhaupt eine eigene EU-Armee nötig ist), darf seine Zeit verlieren im Kulturzentrum »Tramsschapp« (47a, rue Ermesinde auf Limpertsberg) unter dem Titel »L‘Europe dépend de nos choix« wahlweise am 24.1. oder am 21.2. von 19-21 Uhr. Es werden Sie drei pensionierte »Europa-Beamte« und eine junge Diplomierte in internationalem und »europäischem« Recht bequatschen. Kurz vor Schluß, wenn alle müdgeredet sind, werden ein paar kurze Fragen, aber kein aufklärendes Gegenreferat zugelassen.

Mitgeteilt wird, was gefällt

Der Schöffenrat beehrte sich mitzuteilen, daß die Stadt 2018 um 2.886 Einwohner auf 119.214 wuchs. Er teilte nicht mit, daß die Zahl der Arbeitsplätze in der Hauptstadtgemeinde um 7.596 auf 214.397 anstieg, was erklärt, warum die Staus mehr und länger in Raum und Zeit wurden.

Dafür wurden viele Worte aufgewendet von Wilmes (»wie die Bürgermeisterin schon richtig gesagt hat) und Polfer, um glauben zu tun, die Wohnungsproblematik sei die allererste Priorität des Schöffenrats. Die Stadt könne selbst bis 2025 407 Wohnungen schaffen, während in 33 Teilbebauungsplänen, von denen aber erst 16 in Bau sind, 9.732 Wohnungen vorgesehen seien. Bitte warten!

jmj

Mittwoch 23. Januar 2019