Das Ideal des Sozialismus

Über Chiles Präsidentin Bachelet, über Salvador Allende, Hugo Chávez und Simon Bolívar

Es spielt keine Rolle, was ich über das freundschaftliche Treffen sage, einige Presseagenturen und Publikationen werden die Information aufnehmen und von dem Greis, dem von einer schweren Krankheit Genesenden oder von irgendeiner anderen Bezeichnung sprechen, um den bescheidenen Wert dessen zu mindern, was ich zu meiner angesehenen Gesprächspartnerin sagte.

Michelle besitzt das Verdienst, durch die Stimmabgabe der Mehrheit für die Sozialistische Partei, die sie als Kandidatin aufgestellt hatte, als Präsidentin von Chile gewählt worden zu sein. In Lateinamerika war es das erste Mal in den letzten Jahren, daß eine linke Organisation solch einen Sieg errungen hatte – ohne Unterstützung durch Geld, die Waffen und den Publicity-Apparat der Yankees.

Und mehr noch, diese Auszeichnung entsprach der Sozialistischen Partei von Salvador Allende, der unter dem feigen Luftangriff auf den Regierungspalast La Moneda starb, wo er sein Amt als verfassungsmäßiger Präsidenten von Chile ausübte. Er bat weder um Waffenstillstand noch gestand er ihn den anderen zu. Er war entschlossen, auf seinem Posten zu sterben, wie er es versprochen hatte. (...)

In den sehr schweren Augenblicken jener Zeit, als Tausende Gefolterte, Ermordete und Verschwundene zurück-geblieben waren, führte eine sehr junge Frau, Gladys Marín, die Kommunistische Partei Chiles. Diese hatte sich über Jahrzehnte der Anstrengungen und Opfer der chilenischen Arbeiterklasse gestählt und übergab Gladys diesen verantwortlichen Posten.

Gladys Marín und ihre Partei irrten sich nicht, als sie Michelle Bachelet ihre ganze Unterstützung gaben, womit sie das Ende des Einflusses von Augusto Pinochet bestimmten. Es konnte nicht zugelassen werden, daß der vom Imperium entworfene und an die Macht gebrachte Tyrann ein weiteres Mal die Geschicke von Chile lenken würde. Die Weltöffentlichkeit verabscheute sein Verhalten. (...)

Der 15. Februar, der Tag des Referendums über die Verfassungsabänderung in der Bruderrepublik Venezuela, steht kurz bevor. José Martí war der tiefgründigste revolutionäre Denker, den Kuba je hatte, und er ist unser Nationalheld. Vor seinem Denkmal hat Michelle Bachelet im Namen ihres Volkes einen Kranz niedergelegt, wofür wir sehr dankbar sind. Er sagte vor 115 Jahren über Simon Bolívar: »Was er nicht fertiggestellt hat, ist heute noch nicht vollendet, denn Bolívar hat in Amerika noch viel zu tun.« »Bolívar erwacht alle einhundert Jahre«, urteilte seinerseits der große chilenische Dichter Pablo Neruda.

Jetzt, wo der zweihundertste Jahrestag seiner Rebellion gegen die spanische Metropole bevorsteht, erwacht Bolívar erneut im revolutionären Handeln von Chávez. Wenn der neue Revolutionsführer, der sein kämpferisches Volk leitet, die Zielstellung nicht erreichen würde, dann ist es schwer, daß irgendein anderer Führer dies schaffen könnte. Die Mittel der Medien, über welche die Oligarchie und das Imperium verfügen, würden nicht übertroffen werden können. (...)

Ich bin jedoch sicher, daß die Revolution in Venezuela den Sieg davontragen wird, und in Chile wird das Ideal des Sozialismus, für das Salvador Allende gekämpft und für das er sein Leben gegeben hat, endgültig siegen. Über diese Themen habe ich mich mit Michelle Bachelet unterhalten, die mir die Ehre erwies, mir mit Interesse zuzuhören, sich herzlich mit mir zu unterhalten und ihre Ideen umfangreich zum Ausdruck zu bringen. (...)

Fidel Castro

Dienstag 17. Februar 2009