Keine gute Nachricht für die Kaufkraft der Lohnabhängigen und Rentner

Vieles wurde teurer, und die Inflation steigt

Im Monat August stieg der Index der Verbraucherpreise, den das statistische Amt errechnet, um 1,4 Prozentpunkte im Vergleich zum Juli. Die Jahresinflationsrate kletterte auf 1,6 Prozent.

Der verhältnismäßig starke Preisanstieg ist darauf zurückzuführen, dass mit dem Ende des Sommerschlußverkaufs Kleidung und Schuhe erneut um 16,5 Prozent anstiegen. Die Preise für Schuhe stiegen innerhalb eines Jahres um 1,2 Prozent, aber auch bei der Kleidung liegen die Verkaufspreise um 0,7 Prozent höher als im August 2017.

Zwischen Juli und August wurden auch die Erdölprodukte, die sich seit April dieses Jahres wieder in einem Aufwärtstrend befinden, teurer. Heizöl kostete im August 0,2 Prozent mehr als einen Monat zuvor, Benzin sogar ein ganzes Prozent. Lediglich Diesel wurde um 0,4 Prozent billiger. Berechnet auf ein Jahr, betrug der Preisanstieg bei Erdölprodukten durchschnittlich jedoch 14,7 Prozent!

Im Monat August wurden aber auch die Dienstleistungen um 0,6 Prozent teurer, was als Folge der Indexierung der Löhne zum 1. August 2018 dargestellt wird, obwohl es sich bei der die Anpassung der Löhne um eine nachträgliche, teilweise Anpassung an die Preisentwicklung handelt. Teurer wurden weiter die Preise in den Alten- und Pflegeheimen (+1,6%), die Tarife in den Frisörläden und die Preise für den Unterhalt von Wohnungen und Autos. Aber auch die Patienten mussten für medizinische und zahnmedizinische Dienstleistungen mehr auf den Tisch blättern, denn die Arzt- und Zahlarzttarife, die ohnehin bereits viel zu hoch sind, sind noch immer an den Index gekoppelt.

Preisaufschläge gab es auch – wen wundert’s – für Pauschalreisen (+1,4%) und Flugtickets (+4.2%), womit sich die Reisebüros und Fluggesellschaften wieder einmal leicht verdiente Extraprofite während der Sommerschulferien sicherten.

Schließlich wurden auch zahlreiche Lebensmittel teurer und einige wenige billiger. Auf ein Jahr betrachtet, wurden die Lebensmittel im Durchschnitt jedenfalls um 2,3 Prozent teurer, was insbesondere an der Kaufkraft der kleinen Lohnbezieher und Rentner nagt, die einen überdurchschnittlichen hohen Anteil ihres Einkommens für Lebensmittel ausgeben.

Positiv wirkte sich hingegen aus, dass die Schüler der Sekundarstufe die benötigten Bücher ab sofort unentgeltlich bekommen. Aber das verhindert nicht, dass Preisindex und Jahresinflationsrate weiter anstiegen.

Der semestrielle Durchschnitt des Index vom 1. Januar 1948, der für die nachträgliche Anpassung der Löhne an die Inflation gilt, stieg innerhalb eines Monats von 853.38 auf 8555.48 Punkte.

KPL fordert Wiedereinführung einer Vorschussindextranche von 1,5 Prozent

Die nächste Indextranche wird bei 873.94 Punkten erfallen. Zwischendurch werden zahlreiche, um nicht zu sagen die große Mehrheit der Konsumwaren mit schöner Regelmäßigkeit teurer. Das ist der Grund, weshalb die KPL die Wiedereinführung einer Vorschussindextranche von 1,5 Prozent fordert. CSV und DP hatten die Vorschussindextranche 1982 abgeschafft, die LSAP führte sie 1984, nachdem sie in die Regierung kam, nicht wieder ein, obwohl sie das zuvor versprochen mit diesem Versprechen die Wahlen gewonnen hatte.

A.R.

Mit dem Ende des Sommerschlußverkaufs wurde Kleidung im Durchschnitt erneut 16,5 Prozent teurer (Foto EPA)

Mittwoch 5. September 2018