Weltraumkommando für Bundeswehr

Teile von Planungspapier veröffentlicht

Die Angriffsfähigkeiten der deutschen Bundeswehr sollen entscheidend erhöht werden, der Militäretat schneller steigen als bisher geplant. Das geht aus einem als geheim eingestuften Papier deutscher Militärs für das Bundesverteidigungsministerium hervor, aus dem verschiedene Medien am Dienstag zitierten. Laut »Handelsblatt« soll der Militäretat von etwa 39 Milliarden Euro im laufenden Jahr auf 60 Milliarden Euro 2023 steigen. Das entspräche voraussichtlich 1,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Erstmals seien in dem »Fähigkeitsprofil« konkrete Zahlen zu Panzern und Soldaten bis 2031 genannt. Außerdem sollen die Streitkräfte zu sogenannten Systemverbünden zusammengelegt werden, darunter auch einem für das Weltall. Die in diesen Fällen gewöhnlich gut informierte Springer-Zeitung »Bild« zitierte aus dem Dokument, die Bundeswehr solle bis 2023 über »Fähigkeiten zum Identifizieren von Objekten und Überwachen des Weltraums« verfügen. Damit solle sie eine Weltraumlage »erstellen, analysieren und bereitstellen« können.

Bis 2023 liegt der Schwerpunkt aber auf den Aufgaben der Bundesrepublik als »Rahmennation« der 2014 gegründeten »NATO-Speerspitze«, für die eine vollständig ausgerüstete und verstärkte Brigade gestellt wird. 2019 übernimmt die Bundeswehr die Führung dieser gegen Rußland aufgestellten schnellen Eingreiftruppe (Very High Readiness Joint Taskforce – VJTF). Sie soll innerhalb von drei Tagen an jeden Ort verlegbar sein.

An dem Papier wurde zwei Jahre lang gearbeitet. Es ist daher keine Reaktion auf die Forderung von USA-Präsident Donald Trump, zwei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Rüstung auszugeben. Die Aufregung über sein Ansinnen war demnach künstlich.

Arnold Schölzel, Berlin

Wollen hoch hinaus: Generalleutnant Jürgen Knappe informiert am 21. August seine Ministerin Ursula von der Leyen im Lagezenturm in der Wilhelmsburg-Kaserne in Ulm über die Fähigkeiten und Besonderheiten des Multinationalen Kommando Operative Führung (MN KdoOpFü) in Ulm (Foto: dpa)

Mittwoch 5. September 2018