Alles für den Finanzplatz Deutschland

Frankfurt/Main – Die deutsche Bundesregierung nimmt den bevorstehenden Austritt Britanniens aus der EU zum Anlaß, ihr Engagement für den Finanzplatz Deutschland zu verstärken. »Wir werden alles tun, um Hessen zu unterstützten, attraktive Rahmenbedingungen am Finanzstandort Deutschland zu ermöglichen«, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Dienstagabend bei einer Veranstaltung der Deutschen Börse in Frankfurt.

Fortschritte gebe es unter anderem bei den von CDU/CSU und SPD im Koalitionsvertrag angestrebten Lockerungen beim Kündigungsschutz für Topverdiener in Banken. Potenzial für Frankfurt sieht Merkel auch beim Euro-Clearing. Derzeit findet die billionenschwere Abwicklung von Handelsgeschäften mit Euro-Wertpapieren vorwiegend in London statt.

Wenn Britannien aus der EU ausscheidet, hätten deutsche Aufseher kaum noch Kontrolle über diesen wichtigen Markt. »Politisch erklären kann ich das jedem, daß das Euro-Clearing in der Eurozone stattfindet. Und dann ist Frankfurt natürlich der herausragende Ort«, sagte Merkel.

»Wir haben das Ziel, eine Verständigung mit Großbritannien zu erreichen«, sagte Merkel. »Es ist natürlich wichtig, daß dieses Ziel unter der Maßgabe erreicht wird, daß ein Nichtmitglied der Europäischen Union nicht die gleichen Rechte und Pflichten haben kann wie ein Mitglied der Europäischen Union.« Merkel betonte: »Wir wollen nicht, daß diese Verhandlungen scheitern, wir können es aber auch nicht vollkommen ausschließen. Wir werden mit aller Kraft und aller Kreativität an einem Ergebnis arbeiten.«

Angela Merkel am Dienstagabend bei der Deutschen Börse AG
(Foto: dpa)

Mittwoch 5. September 2018