Vor 76 Jahren

Generalstreik gegen die Zwangsrekrutierung und die Nazis

Bereits wenige Stunden nachdem die deutschen Faschisten, die Luxemburg seit dem 10. Mai 1940 besetzt hielten, am 30. August 1942 die Zwangsrekrutierung von Luxemburgern in die Wehrmacht verkündeten, legten am 31. August in Wiltz zwischen 600 und 700 Arbeiter der Lederfabrik »Ideal« die Arbeit nieder. Das war der Auftakt für einen Generalstreik gegen die Nazis, auf den die Resistenz hingearbeitet hatte.

Bereits am 5. August 1942 hatten die Nazis, um möglichem Widerstand gegen die Zwangsrekrutierung zuvorzukommen, eine Razzia gegen die illegale KPL durchgeführt und 70 Kommunisten verhaftet.

Aber der Streik war nicht mehr aufzuhalten. Nach dem Streikauftakt in der Ideal-Lederfabrik in Wiltz griffen die Arbeitsniederlegungen während der nachfolgenden Stunden und bis zum 2. September auf zahlreiche Betriebe auf alle Landesteile über, darunter die großen Hüttenwerke in Esch/Alzette, Differdingen und Schifflingen.

Der Generalstreik wurde von den faschistischen Besatzern brutal niedergeschlagen. Sie verhängten den Ausnahmezustand, und ein Standgericht verurteilte 20 Streikende zum Tode, die standrechtlich erschossen wurden, 45 wurden der Geheimen Staatspolizei überstellt und weitere 125 verhaftet und ins Konzentrationslager verschleppt. 290 Schüler und 40 Lehrlinge kamen in deutsche Umerziehungslager.

Diese heroische Seite der Geschichte Luxemburgs darf niemals in Vergessenheit geraten.

A.R.

Freitag 31. August 2018