Trump wirft Google Manipulation vor

USA-Präsident sieht Übermacht »überregionaler linksorientierte Medien«

Washington – USA-Präsident Donald Trump wirft Google, Facebook und Twitter die »Unterdrückung konservativer politischer Stimmen« vor und droht den Internetgiganten mit Konsequenzen. »Sie sollten lieber vorsichtig sein, weil man Menschen das nicht antun kann«, sagte Trump am Dienstagnachmittag (Ortszeit).

Am frühen Morgen hatte Trump bereits via Twitter kritisiert, wer auf Google nach »Trump News« suche, bekomme nur schlechte Nachrichten und Berichte der »Fake News Media« angezeigt. »96 Prozent der Ergebnisse für ‚Trump News’ sind von überregionalen linksorientierten Medien, sehr gefährlich«, schrieb er. »Republikanische/konservative und faire Medien sind ausgeschlossen.« Trump warf die Frage auf, ob das »illegal« sei.

Die Anschuldigung kommt gut eine Woche vor einer Anhörung von Vertretern von Google, Facebook und Twitter im USA-Senat. »Google und andere unterdrücken Stimmen von Konservativen und verstecken Informationen und Nachrichten, die gut sind«, schrieb Trump. »Sie kontrollieren, was wir sehen können und was nicht. Das ist eine sehr ernste Situation – wird in Angriff genommen werden!«

Auslöser für Trumps Tweets war womöglich ein Bericht seines Haussenders Fox am Montagabend über »Google-Zensur«. Darin war die Behauptung enthalten, daß 96 Prozent der Ergebnisse bei der Suche nach Nachrichten über Trump eher negativ sind. Der Sender nannte als Quelle dafür die konservative Internetseite PJ Media. Fox-Moderator Lou Dobbs sagte, daß Google »sozusagen Konservative von ihren Suchergebnissen verbannt«.

Am Mittwoch kommender Woche will der US-Senat Spitzenvertreter von Google, Facebook und Twitter anhören. Dabei soll es um angebliche Versuche Rußlands gehen, Wahlen in den USA über soziale Medien zu beeinflussen. (dpa/ZLV)

Illustration: Tom Bachtell, New York

Mittwoch 29. August 2018