Soziales Mindesteinkommen ohne Angabe von Gründen seit zwei Monaten nicht mehr ausbezahlt

Will der »Fonds national de Solidarité« Menschen verhungern lassen?

Das soziale Mindesteinkommen (RMG, beziehungsweise REVIS) ist eine gute Sache, auch wenn es nicht hoch genug und zu restriktiv ist.
Kompliziert wird es aber, wenn das soziale Mindesteinkommen einem 79-jährigen Luxemburger von einem Tag auf den anderen ohne Vorwarnung nicht mehr auf sein Konto überwiesen wird, ohne dass ein Grund dafür angegeben wurde.

Der Mann, der erst vor kurzem einen Herzinfarkt erlitt, versucht zwar noch irgendwie über die Runden zu kommen, aber irgendwann geht es dann nicht mehr, und er wendet sich um Hilfe an die »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek«, da er keinen Cent mehr in der Tasche hat und kein Geld mehr, um sich Lebensmittel zu kaufen.

Beim »Fonds national de Solidarité« bekam er bisher – trotz wiederholter Anrufe – keine Antwort darauf, wieso das soziale Mindesteinkommen bisher ausblieb, denn der zuständige Beamte ließ sich jedes Mal verleugnen.
Der Chefredakteur der »Zeitung vum Lëtzebuerger Vollek« hakte am Dienstag nach und wollte im Auftrag des betroffenen RMG-Beziehers wissen, wieso das soziale Mindesteinkommen seit zwei Monaten nicht ausbezahlt werde.

Der Beamte am anderen Ende der Leitung meinte, er sei nicht befugt, Auskunft über dieses »Dossier« zu geben und erklärte sich anschließend für nicht zuständig.

Auf die Bitte hin, das Telefonat an den zuständigen Beamten weiterzuleiten, weigerte er sich, meinte schließlich, der sei »jetzt nicht da« und beendete das Telefongespräch abrupt, als der Chefredakteur der »Zeitung« fragte, ob der 79-jährige Mann, da er weder den RMG noch eine Antwort vom »Fonds national de Solidarité« bekomme und kein Geld mehr habe, vielleicht während der nächsten Tage den Spartelkit von den Fenstern essen müsse.

In Luxemburg scheint es Bürokraten zu geben, die zwar dank der Steuerabgaben der Lohnabhängigen und Rentner ein gutes Einkommen haben, aber auch ein Herz aus Stein. Sie können sich nicht vorstellen, wie einer älteren Person zumute ist, wenn sie völlig mittellos da steht und sich nicht zu helfen weiß.

Will der »Fonds national de Solidarité« arme Menschen im reichen Luxemburg verhungern lassen?

A.R.

Dienstag 28. August 2018